Fussball 3. Liga
Der FC Schlieren ist ausser Rand und Band

Drei Platzverweise, vier Elfmeter und ein 2:4 im 3.-Liga-Spitzenspiel in Altstetten. «Ich finde das Verhalten einiger meiner Spieler auch nicht gut», sagte Trainer Beat Studer nach der Partie, «aber ich kann verstehen, dass sie wütend wurden.».

Michel Sutter
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Die Schlieremer protestieren bei zahlreichen Entscheidungen von Schiedsrichter Bigger - und verlieren Konzentration und Partie

Die Schlieremer protestieren bei zahlreichen Entscheidungen von Schiedsrichter Bigger - und verlieren Konzentration und Partie

Michael Sutter

Bereits Minuten vor Spielschluss war klar, dass der Gang in die Kabine für Schiedsrichter Bigger nicht einfach werden würde. Schlieremer Zuschauer protestierten an der Seitenlinie lautstark gegen die Leistung des Spielleiters, und die vom Platz gestellten Pierre Gattiker und Sandro Seiler machten ihrem Ärger an der Seitenlinie Luft - mit groben Schimpfwörtern. «Ich finde das Verhalten einiger meiner Spieler auch nicht gut», sagte Trainer Beat Studer nach der Partie, «aber ich kann verstehen, dass sie wütend wurden.»

Die Wut der Schlieremer manifestierte sich allerdings erst in der zweiten Halbzeit so richtig. In der ersten Hälfte war die Partie relativ ausgeglichen. Schlieren ging nach 20 Minuten in Führung, nachdem Fahrudin Adilovic im Strafraum gefoult worden war und Nicola Saxer den Elfmeter sicher verwandelt hatte. Nur kurz darauf glich Altstetten aus, ebenfalls mittels Penalty. Schlierens Goalie Nicola Appella hatte gegen Widmer im Strafraum ungestüm interveniert, dieser kam zu Fall und Latifi traf zum 1:1.

Die Emotionen überborden

Zu diesem Zeitpunkt schien die Partie in normalen Bahnen zu verlaufen. Doch nach der Pause kam so richtig Hektik auf. Ein paar Minuten nach Wiederanpfiff kassierte Gattiker nach einem Foul an Widmer seine zweite Verwarnung. Er musste damit vom Platz, während Latifi den fälligen Strafstoss sicher für Altstetten zur 2:1-Führung verwandelte. Zehn Minuten später der nächste Aufreger: Seiler regte sich über einen Entscheid des Schiedsrichters auf, kassierte die gelbe Karte und warf gleich noch eine Beleidigung hinterher. Dafür sah er glatt Rot.

Nun war die Zeit der Nettigkeiten endgültig vorbei. Schlieren protestierte immer wieder gegen Schiedsrichterentscheide, die allerdings praktisch auch immer zu seinen Ungunsten ausfielen. Zum Ärger der Schlieremer kam hinzu, dass sich Altstetten durch die vielen Diskussionen nicht beeindrucken liess und eine Viertelstunde vor Schluss das 3:1 erzielte. Zwar konnte Schlieren wenig später wieder durch einen Penalty von Emanuele Preite auf 3:2 verkürzen, doch kurz vor dem Abpfiff machte Gandolfo alles klar für das Heimteam.

Drei von vier Verteidigern sehen Rot

Kurz nach Abpfiff kassierte dann auch noch Rodriguez die rote Karte. Damit war Studer endgültig bedient, denn da drei seiner vier Verteidiger Rot gesehen haben, wird er die ganze Mannschaft umstellen müssen. «Der Schiedsrichter hat mit seinen Entscheiden unnötige Hektik in die Partie gebracht», meinte Studer. «Er hat heute das nötige Fingerspitzengefühl vermissen lassen.» Trotz des ganzen Ärgers sah der Schlieremer Trainer allerdings auch etwas Positives in der Niederlage: «Wir haben zu neunt gegen den Tabellenführer sehr gut gespielt und hätten auch in Unterzahl ein Tor schiessen können.»