João Paiva sass noch auf der Trainerbank, als alle anderen längst das Spielfeld verlassen hatten. Das Spiel gegen Gossau hatte den Dietiker Trainer nachdenklich gestimmt. «Heute war nicht unser Tag, es war das schlechteste Spiel von Dietikon, das ich in der 1. Liga gesehen habe», sagte er.

«Aber es war von beiden Mannschaften kein gutes Spiel.» Tatsächlich war die Partie zwischen den elftplatzierten Limmattalern und den nur um einen Rang besser klassierten Ostschweizern fussballerische Magerkost. Torszenen gab es wenige, und wenn, dann handelte es sich meist um harmlose Abschlüsse, die den jeweiligen Torhüter nicht vor Probleme stellten.

Mühe, in den gegnerischen Strafraum vorzudringen

Besonders die Dietiker konnten offensiv nicht für die gewünschten Akzente sorgen, Stürmer Aleandro Norelli bekam kaum mal einen Ball aus der Tiefe, und wenn, dann wurde er von der Gossauer Defensive sofort gestellt.

Der ansonsten so quirlige Lulzim Aliu wurde von seinem Gegenspieler meist daran gehindert, auf der linken Seite vorzupreschen, und über rechts wurde Luca Senicanin immer wieder erfolgreich gestört. Kurzum: Die Dietiker konnten kaum bis in den gegnerischen Strafraum vordringen.

Die beste Limmattaler Chance hatte noch Raphael Meyer, der nach einer Stunde den Ball direkt abnahm, jedoch das Tor verfehlte. Meyer hätte auch zehn Minuten später für die Dietiker Führung sorgen können, die nach Meinung Paivas wohl zum Sieg geführt hätte: «Wir haben von aussen gesehen: Die Mannschaft, die das erste Tor erzielt, gewinnt das Spiel.»

Doch Meyer vergab auch diese Gelegenheit. «Wir waren in der Chancenauswertung nicht konsequent genug», sagte Paiva. «Wir zeigten nicht den Willen, das Tor zu machen.» Da die Gäste aus Gossau jedoch offensiv auch nicht überzeugten, obwohl sie mehr Eckbälle und Strafraumszenen hatten, schien die Partie auf eine Punkteteilung herauszulaufen.

Bis Marvin Meresi aus der Distanz einfach mal abzog. Ein Verzweiflungsversuch kurz vor Schluss, schien es. Denn in der Schussbahn standen zwei Dietiker Verteidiger.

Doch der Ball prallte vom Bein des einen ab und flog am verdutzten Dietiker Torhüter Alpay Inaner vorbei ins Netz – 1:0 für die Gäste.

Den Dietikern blieben noch wenige Minuten, um zumindest den Ausgleich zu erzielen und einen Punkt aus dieser Partie mitzunehmen. Doch eine gute Torchance resultierte nicht mehr für die Limmattaler, im Gegenteil: Kurz vor Schluss vergaben die Gäste gar das 2:0.

Weder physisch noch psychisch bereit

«Ich nehme diese Niederlage auf die Kappe des Trainerstaffs», sagte Paiva. «Eventuell haben wir die Vorbereitung nicht optimal gemacht.» Seine Spieler seien weder physisch noch psychisch bereit gewesen für diese Partie. Ob das auch mit dem Testspiel gegen Grasshopper Zürich II zusammenhing, das die Dietiker unter der Woche bestritten?

«Das Spiel gegen GC war gut, da kamen 22 Akteure zum Einsatz», sagte Paiva. Überbelastet sei also niemand gewesen. «Aber du musst einen Plan für die ganze Woche machen. Und der Plan von Montag und Freitag hat nicht gepasst.»

Das müsse man diese Woche besser machen, damit man für die Partie am Samstag gegen Eschen/Mauren bereit sei. Die Liechtensteiner haben am Samstag auswärts gegen Red Star gewonnen und die Dietiker damit in der Tabelle überholt. Diese sind auf den vorletzten Platz abgerutscht. Der Druck auf die Limmattaler ist also nicht kleiner geworden.