2. Liga interregional

Der FC Dietikon verhilft Höngg zum Aufstieg und holt sich drei Rote Karten

Dietikon verliert gegen Höngg mit 1:2 und ermöglicht dem Rivalen so den Aufstieg. Der FC Dietikon holt sich dabei gleich drei Rote Karten.

„Es ist einfach ein unglaublich geiles Gefühl“ sagt Patrick Pereira Da Costa. Kurz zuvor ist er mit seiner Mannschaft, dem SV Höngg, in die 1. Liga aufgestiegen. In der Rolle des unfreiwilligen Steigbügelhalters sah sich dabei der FC Dietikon. Der FC Dietikon, selbst mit dem Ziel „Aufstieg“ in die Saison gestartet, musste auf dem malerischen Hönggerberg zusehen, wie der Rivale den Titel feierte.

Dietikon war dabei mit einem Rumpfteam angetreten. Wichtige Teamstützen wie Stürmer Paiva, Torhüter Pribanovic und Captain Haziri sind schon seit geraumer Zeit verletzt. Deshalb kam unter anderem der 16-Jährige Nemanja Simic zu seinem Start-Elf-Debüt. Diese Premiere verkam aber bereits in der ersten Viertelstunde zum Albtraum. Dietikon wirkte unvorbereitet und wurde vom schnellen Fussball der Höngger überrollt. Bereits nach acht Minuten musste FCD-Torwart Sven Gammel das erste Mal bravourös eingreifen. Nach dem folgenden Eckball landete der Ball aber doch im Tor. Gammel sah dabei im Gegensatz zu seiner Glanzparade Sekunden zuvor gar nicht gut aus. Als dann fünf Minuten später David Rutz das 2:0 für Höngg erzielte, schien ein Kantersieg des Heimteams vorprogrammiert.

Die Stadtzürcher gaben sich mit dem Resultat aber vorerst zufrieden. Ihnen hätte ein einziger Punkt bereits für die Sicherung des Aufstiegs gereicht. Für ein Raunen bei den Heimzuschauern sorgte dann ausgerechnet der junge Simic. Er knallte in der 28. Minute völlig unerwartet den Ball aus rund 40 Metern an die Latte. Das war die einzige gute Dietiker Chance in der ersten Halbzeit.

Nach der Pause meldete sich Dietikon zurück – aber unschön. Tiago Ribeiro flog in der 47. Minute mit Gelb-Rot vom Platz. Während die Dietiker nur noch zu zehnt agierten, kam Höngg noch mehr in Fahrt. Ein 4:0 in der 55. Minute wäre durchaus gerechtfertigt gewesen. Anstatt sich spielerisch zu wehren, zeigte Dietikon Disziplinlosigkeiten. In der 71. Minute leistete sich Flavio Vecchié ein übles Foul, für welches er die direkte Rote Karte gezeigt bekam.

Die neun Dietiker wirkten wohl derart ungefährlich, dass die Höngg-Verteidigung plötzlich die Arbeit einstellte. So kam Dejan Miljkovic  zum 1:2-Anschlusstreffer für den FCD. Nun machte sich doch nervöse Hektik breit.

Dietikon kam in der Person von Aleandro Norelli tatsächlich noch zu einer guten Chance. Der Aussenverteidiger konnte sie aber nicht nutzen. Seine Frustration liess er wenige Minuten später an Höngg-Spieler Da Costa aus. Norelli trat ihn mit voller Wucht gegen das Schienbein und erhielt eine direkte Rote Karte. „Ich habe das nicht mit Absicht gemacht“, sagte Norelli nach dem Spiel. Sein Opfer, das eine klaffende Wunde am Schienbein davontrug, glaubt ihm nicht: „Klar war das Absicht. Aber immerhin hat er sich bei mir entschuldigt.“

Was sagt Dietikon-Trainer Goran Ivelj zu den unfairen Aktionen seiner Schützlinge? „Das ist einfach dumm.“ Konkrete Disziplinar-Massnahmen plant er nicht. Er schaut dafür bereits auf die nächste Saison: “Ich will ein breiteres Kader, dann muss sich jeder den Platz erkämpfen.“ Das Ziel für die neue Spielzeit ist für Norelli, Ribeiro und Ivelj alle klar. Sie wollen nicht wieder zuschauen müssen, wenn ihre Gegner den Titel bejubeln. Trainer Ivelj sagt: „Wir wollen in die 1. Liga aufsteigen.“

SV Höngg – FC Dietikon 2:1 (2:0)

Hönggerberg – 457 Zuschauer – SR Käppeli – Tore: 9. Baillargeault 1:0. 13. Rutz 2:0. 77. Miljkovic 2:1.

Höngg: Blank; Rutz, Stutz, Djukaric; Von Thiessen (75. Suto Couceiro), Nardo, Riso, Pepperday (65. Gubler); Infante, Da Costa, Baillargeault.

Dietikon: Gammel; Norelli, Ribeiro, Milijkovic, Barbosa; Simic (84. Dominguez), Vecchié; Jasari (64. Petrosyan), Brahimi (45. Hasani), Senicanin; Capone.

Bemerkungen: Dietikon ohne Moreno, Goljica, Paiva, Pribanovic (alle verletzt), Durovic, Jelec (beide gesperrt) – Verwarnungen: 7. Ribeiro, 34. Von Thiessen, 40. Miljkovic (alle Foul). – Rote Karten: 47. Ribeiro, 71. Vecchié, 90. Norelli (alle Foul).

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