2. Liga Inter
Der FC Dietikon strapaziert die Gemütlichkeit

Der FCD unterliegt dem Leader Wettswil-Bonstetten 1:2 in der 2. Liga interregional. Mit der zweiten Niederlage in Folge strapaziert der FCD die selbst geschaffene Gemütlichkeit in der Tabelle. Das Highlight des Spiels lieferte Dietikons Marco Bolli in der Nachspielzeit.

Raphael Biermayr
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Jetzt war es ein Cupfight. Der Dietiker Captain Arsim Shala erzielte gegen Wettswil-Bonstetten den 1:2-Anschlusstreffer (85.). Zum grossen Kino wurde die Begegnung, als dem FCD in der 93. Minute ein Freistoss zugesprochen wurde. Aus 20 Metern Entfernung und zentraler Position. Marco Bolli lief an. Er schlenzte – der Ball sprang von der Lattenunterkante an den Boden und von da aus dem Tor.

Wembley in Dietikon. Es folgte das übliche Gebaren: Marco Bolli jubelte pro forma, seine Teamkollegen reklamierten Tor, die Wettswiler das Gegenteil. Die zuständige Schiedsrichterassistentin beschied auf Nachfrage von Dietikons Adnan Mustafi, «nichts gesehen» zu haben. Amüsante Note am Rande: Sie heisst Eveline Bolli.

Dimita muss vom Platz

In dieser Situation kann man keiner der Unparteiischen einen Vorwurf machen. Es ist nicht ihr Fehler, dass sie nicht so postiert waren wie einige Zuschauer hinter dem Tor («Er war klar drin»). Doch erwies sich das Trio um die erfahrene Fifa-Schiedsrichterin Esther Staubli als Fehlbesetzung für diesen emotionalen, ruppig geführten Match.

Staubli liess zu viel Theatralik durchgehen und bewies in einer nicht unwesentlichen Situation wenig Fingerspitzengefühl: beim Platzverweis gegen Dietikons Topskorer Luca Dimita nach der zweiten Verwarnung (48.). Dieser habe sich nach einem Zweikampf «laut, aber nicht übertrieben» beschwert, wie er und auch WB-Spieler zu Protokoll gaben. Allerdings: Der ebenfalls erfahrene Dimita hatte sich ungeschickt verhalten. Seine erste gelbe Karte sah er nach einem völlig unnötigen Foul in der Nähe der Mittellinie wenige Sekunden vor der Halbzeitpause.

WB verpasst Vorentscheidung

Weil die Limmattaler zum Zeitpunkt von Dimitas Ausschluss bereits mit 0:2 in Rückstand lagen, und bis dato keine nennenswerte Tormöglichkeit gehabt hatten, setzte kaum mehr jemand auf eine Aufholjagd. Noch weniger, als die Gäste in der Folge Kontermöglichkeiten en masse hatten. In diesem Bereich respektive der Ungeduld zeigte der Leader seine einzige grössere Schwäche. «Wir haben unnötigerweise Unruhe aufkommen lassen», bestätigte WB-Trainer Martin Dosch, der sich über «drei «erkämpfte Punkte» freute.

Diese waren hochverdient. Dietikons Trainer Goran Ivelj war denn auch nicht vom Ergebnis enttäuscht, sondern zum wiederholten Mal vom Spiel seines Teams. «Wir haben schlecht gespielt», sagte er, und dachte dabei vor allem an die Abwehrarbeit, die zum Rückrundenstart noch herausragend gewesen war.

«Die Jungs müssen mehr miteinander reden, die Abstimmung stimmt überhaupt nicht», monierte der ehemalige Innenverteidiger. Mit der zweiten Niederlage in Folge strapaziert der FCD die selbst geschaffene Gemütlichkeit in der Tabelle. Weil auch die beiden schwächsten Drittletzten aller Interregional-Gruppen absteigen, gilt es, die hintere Tabellenregion nicht (mehr) zu ignorieren.