Fussball

Der FC Dietikon sorgt vor dem Saisonfinal intern für Unruhe

Vor kurzem lag der FC Dietikon mit neun Verlustpunkten Vorsprung auf Langenthal an der Spitze der 2. Liga interregional. Jetzt ist es noch einer. Dazwischen resultierten ein 0:2 gegen Kosova, ein 2:2 gegen das Team Aargau und ein 0:2 in Langenthal.

Die fehlenden Punkte sind aber nur ein Aspekt, der zur Irritation des Teams führt. Die noch immer offene Zukunft von Erfolgstrainer Goran Ivelj wiegt schwer. Seit dem Jahreswechsel ziehen sich die Verhandlungen mit dem Verein hin. Was wie eine Formsache aussah, gestaltet sich zäh. Mittlerweile hat Ivelj aus den Händen von FCD-Präsident Thomi Roth einen Vertrag erhalten. «Ich schaue ihn mit meiner Frau an», sagte er nach dem Langenthal-Match. Zur Unterstreichung seines Unverständnisses schaute er demonstrativ immer wieder auf die Uhr. «Eigentlich ist es ja zu spät dafür», sagt er, ohne aber Konsequenzen zu benennen. Als ehemaliger Profi weiss Ivelj um die Wirkung seiner Worte und Gesten. Und er setzt sie gezielt ein. Warum sich die Verhandlungen hinziehen, lässt er unbeantwortet.

Konkret wird hingegen Präsident Roth: Es gehe um die neue Rolle des Vereins als Arbeitgeber. Der Vertrag stelle ungewohnte Herausforderungen an die Abrechnung von Sozialleistungen und dergleichen. «Wir wollen das sauber regeln. Weder Goran noch wir sollen mit abgesägten Hosen dastehen, wenn etwas passieren sollte.» Hintergrund ist wohl auch die vom Verband von allen Vereinen geforderte transparente Ausweisung und Überweisung von Trainersalären, was bislang oft unter der Hand passierte. Der FCD kann und will sich nicht leisten, in Verruf zu geraten.

In diese Wirrungen fällt das nächste Topspiel. Am Samstag ab 16 Uhr empfängt Leader Dietikon das drittplatzierte Thalwil, das mit einem Sieg wieder mitten im Aufstiegsrennen wäre. Weil der neue Hauptplatz auf der Dornau noch immer nicht fertiggestellt ist, findet das «Heimspiel» erneut auf der Wettinger Altenburg statt. Möglicherweise kann bis zum Saisonende kein Match in gewohnter Umgebung ausgetragen werden.
Für Goran Ivelj ist auch das ein Aspekt, der zur Verunsicherung im Team beiträgt. Bei allen Problemen ist ihm jedoch ein Anliegen, festzuhalten, was unterzugehen droht: «Wir sind Leader.»

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