Fussball
Der FC Dietikon muss seine Aufstiegsparty vertagen

Da Verfolger Seefeld gegen die Red Stars gleich mit 4:0 gewann, muss sich der FC Dietikon punkto 1.-Liga-Aufstieg weiterhin gedulden.

Fabian Sanginés
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Dietikons Stürmer Luca Dimita (l.) umspielt den Muttenzer Goalie Salem Fahdy, trifft aber das leere Tor nicht.

Dietikons Stürmer Luca Dimita (l.) umspielt den Muttenzer Goalie Salem Fahdy, trifft aber das leere Tor nicht.

Auch wenn Goran Ivelj, Trainer des FC Dietikon, beteuert «der Aufstiegs war für uns heute kein Thema», so waren für die meisten Akteure der Limmattaler die ersten zehn Sekunden nach Abpfiff spannender als die zehn Minuten davor. Unwahrscheinlich war es nicht, dass Verfolger Seefeld im Zürcher Stadtderby bei den heimstarken Red Stars mindestens zwei Zähler abgeben würden. Aus der Brunau kam aber eine ebenso überraschende wie enttäuschende Nachricht für den FCD. Gleich mit 4:0 verprügelte Seefeld die Gastgeber, welche ihrerseits Aussenseiterchancen auf den Aufstieg besassen. «Mund abwischen und weiter gehts», hiess fortan also die Devise für Dietikon.

In den 90 Minuten zuvor – mit kurzen Abstrichen im ersten Durchgang – trat die Ivelj-Truppe mit einer beeindruckenden Souveränität auf. Bereits nach fünf Minuten hätte sich der SV Muttenz über einen 0:2-Rückstand nicht beklagen dürfen, doch der Pfosten und fehlende Präzision liessen die Hausherren am Leben. Die Gäste aus dem Limmattal drückten weiter und belohnten sich – nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit – mittels einer Ecke und durch Luca Dimita zur verdienten 1:0-Führung. Dieser Treffer war auch eine starke Reaktion auf die verletzungsbedingte Auswechslung von Stossstürmer Zivko Cajic, die erste Hiobsbotschaft der Begegnung. Danach folgte, statt eines gnadenlosen Sturmlaufs wie in der Vorwoche gegen Liestal, ein starker Leistungsabbau. Dadurch wurde das Heimteam gefährlicher, scheiterte aber oftmals an der eigenen Unbeholfenheit oder in der 39. Minute an einer Weltklasseparade von Joao Ngongo.

Überragend nach dem Seitenwechsel

Überragend wurde die Leistung des FC Dietikon nach dem Seitenwechsel. Sofort übernahmen die Limmattaler das Spieldiktat, erarbeiteten sich Chance um Chance und liessen auch nach Curics Traumtor (62.) den Gegner kaum über die Mittellinie. «Mit Teilen der ersten Halbzeit bin ich nicht zufrieden, wir waren zu unpräzis und nervös. In der Pause haben wir das aber korrigiert, und liessen danach nichts mehr anbrennen», stellte Ivelj nach Spielschluss nüchtern fest. So blieb es eine Randnotiz, dass der hyperaktive Candreia – in der 20. Minute für Cajic eingewechselt – seinen starken Auftritt mit dem 3:0 krönte.

Eine Runde vor Schluss hat der FCD somit drei Punkte Vorsprung auf den FC Seefeld. Somit reicht auf der heimischen Dornach ein Zähler für die lang ersehnte Aufstiegsparty. Für Ivelj sowieso schöner: «Ich steige lieber aus eigener Kraft auf, als auf jemand anderes angewiesen zu sein.» Dass der Gegner Oerlikon/Polizei bereits abgestiegen ist, unterstreicht die hervorragende Ausgangslage für Dietikon, birgt aber auch eine gewisse Unterschätzungsgefahr.

Letzteres sieht Ivelj anders: «Die Jungs wissen genau, was auf dem Spiel steht. Wir werden unter der Woche auch noch keine Aufstiegsfeier planen, sondern zuerst im letzten Heimspiel Vollgas geben und den Aufstieg aus eigener Kraft klarmachen.» Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.