2. Liga inter

Der FC Dietikon kassiert bei Schlusslicht Lenzburg eine 1:2-Niederlage

Eba Eba behauptet den Ball - gegen Lenzburg wurde er nach der ersten Halbzeit ausgewechselt.

Eba Eba behauptet den Ball - gegen Lenzburg wurde er nach der ersten Halbzeit ausgewechselt.

Dietikon kann auch beim FC Lenzburg keinen Sieg einfahren und steckt nun noch tiefer in der Krise. Seit vier Spielen sind die Limmattaler nun ohne Sieg. Gegen den Tabellenletzten war einmal mehr die mangelnde Chancenauswertung der Hauptgrund für die Niederlage.

Unterschiedlicher könnten die Reaktionen nach dem Schlusspfiff nicht sein: Auf der einen Seite jubelnde Lenzburger, die eben ihren ersten Saisonsieg erreicht hatten. Auf der anderen Seite niedergeschlagene Dietikoner, die nach der Niederlage weiter auf der Suche nach der Form sind, mit welcher sie zu Saisonbeginn vier von fünf Spielen gewannen.

Doch seit der Niederlage gegen NK Pajde ist beim FCD der Wurm drin. Gegen Subingen und Dulliken kamen die Zürcher nicht über ein Unentschieden hinaus. Und nun der Tiefpunkt mit der Schmach bei Schlusslicht Lenzburg. Angesprochen auf eine Krise, meint Trainer Goran Ivelj: «Ja, das kann man so sagen. Der FC Lenzburg wollte den Sieg heute mehr als wir, deshalb dürfen wir uns über die Niederlage nicht beklagen.»

Capone als Aktivposten

Dabei begann das Spiel für die Limmattaler so, wie man sich das auf Seiten der Gäste vorgestellt hatte. Mit dem ersten nennenswerten Angriff in der fünften Minute gelangte der Ball nach einem Befreiungsschlag über Senincanin und Cajic zu Stürmer Capone, der sich gegen zwei gegnerische Verteidiger durchsetzte und zur frühen 1:0-Führung einschob.

In der Folge war der FCD bemüht, sich mit weiteren Toren das Leben einfacher zu machen. Doch was sich bereits in den letzten beiden Partien bemerkbar gemacht hatte, konnte auch heute nicht verbessert werden: Die Dietikoner machen zu wenig Tore aus ihren Chancen. Fabio Capone alleine hätte sich in der ersten Halbzeit zum Doppel-, wenn nicht gar Dreifachtorschützen krönen lassen können, sogar müssen.

Das Spiel plätscherte vor sich hin, im Mittelfeld wurde zu kompliziert gespielt. Lenzburg erarbeitete sich nur eine Grosschance, diese jedoch wurde von FCD-Keeper Sven Gammel souverän zunichte gemacht. Immerhin in der Dietikoner Hintermannschaft schien es also zu stimmen. So ging es mit einer knappen, aber verdienten 1:0-Führung in die Pause.

Nachlässigkeit bestraft

Die zweite Spielhälfte begann dort, wo die erste aufgehört hatte: Alfred, nach der Pause für Eba Eba im Spiel, vergab bereits wenige Minuten nach Wiederanpfiff eine gute Chance auf das 2:0. Die Limmattaler waren in Hälfte zwei jedoch bei weitem nicht mehr so überlegen wie vor dem Seitenwechsel.

Und so kam es, wie es laut der alten Fussballweisheit «Wer sie vorne nicht macht, kriegt sie hinten rein» kommen musste. Die Lenzburger fanden immer besser ins Spiel und in der 68. Minute war die Dietikoner Führung Geschichte. Bayazi liess Goalie Gammel mittels einer schönen Volley-Abnahme keine Chance und erzielte den verdienten 1:1-Ausgleich. Coach Ileji reagierte umgehend und brachte mit Oliveira einen Mann für die Defensive.

Doch auch dieser konnte folgende Szene nicht verhindern: In der 81. Minute sah sich das Heimteam plötzlich einer Überzahlsituation im Dietikoner Strafraum gegenüber. Xavi liess sich nicht zwei Mal bitten und schob den Ball zur viel umjubelten 2:1-Führung für Lenzburg in die Maschen. Dieser Rückstand schien nicht allen Dietikonern gut zu bekommen: Oliveira konnte froh sein, 20 Minuten nach seiner Einwechslung nicht direkt vom Platz gestellt zu werden, nachdem ihm für einen kurzen Moment die Sicherung durchbrannte und er seinen Gegenspieler provozierte.

Die Limmattaler befanden sich nach wie vor in Schockstarre, erarbeiteten sich durch Alfred eine Grosschance auf den Ausgleich (87.). Doch der Lenzburger Keeper machte den Gästen mit einer reflexartigen Parade einen Strich durch die Rechnung. Die Dietikoner dürften sich nicht beklagen, wenn das Resultat noch höher ausgefallen wäre: Lenzburg vergab in den Schlussminuten leichtfertig zwei hochkarätige Konterchancen.

So kam es, dass der FC Lenzburg ausgerechnet gegen die Absteiger aus Dietikon den ersten Saisonsieg einfahren konnte. Der Erfolg geht aufgrund der mangelnden Chancenauswertung der Dietikoner und einer Lenzburger Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte mehr als in Ordnung. Doch für Trainer Ivelj ist diese Niederlage kein Grund, aufzugeben: «Wir müssen weiter an uns glauben und dürfen nicht aufgeben.» Bei einer solch katastrophalen Chancenauswertung sei es logisch, auch gegen das Schlusslicht zu verlieren. Die nächste Möglichkeit auf eine Wiedergutmachung bekommt der FCD am nächsten Samstag, dann gehts zuhause gegen den direkten Tabellennachbarn aus Olten.

Eine spannende Randbemerkung: Das Spiel wurde geleitet von einem bulgarischen Schiedsrichtertrio, das normalerweise in der höchsten bulgarischen Liga Spiele leitet. Dieses Wochenende aber waren sie zusammen mit zehn anderen Schiedsrichtergespannen im Rahmen eines Fifa-Programms in den Schweizer Ligen tätig, um erste Erfahrungen auf internationalem Parkett zu sammeln.

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