«Wie viel haben wir? 40 Grad?», fragt ein Ersatzspieler des FC Dietikon. So heiss dürfte es wohl nicht sein an diesem Samstagabend auf der Dornau, doch immer noch warm genug, dass der Schiedsrichter während des Freundschaftsspiels gegen den FC Dübendorf Trinkpausen verordnet.

Für die Dietiker ist das Duell gegen die Dübendorfer, die ebenfalls in der 2. Liga interregional spielen, der zweitletzte Test vor dem Meisterschaftsstart am kommenden Samstag. Eigentlich hätten sie gegen Uster spielen sollen, doch die Ustermer hatten die Partie abgesagt. Die Dübendorfer waren kurzfristig eingesprungen. Sonst wäre es den Dietikern so ergangen wie Ende Juli, als sie auf zwei Testspiele verzichten mussten, weil die Gegner jeweils verzichtet hatten – aus Mangel an Spielern. «Viele sind halt jeweils noch in den Ferien», sagt João Paiva, der den FC Dietikon seit diesem Sommer trainiert.

Neues System: 4-1-4-1 statt 4-2-3-1

Die Dietiker können gegen Dübendorf fast aus dem Vollen schöpfen, nur wenige Spieler sind ferienhalber oder verletzungsbedingt noch abwesend. Die Limmattaler zeigen während der 90 Minuten auch einige schöne Spielzüge – bis zum gegnerischen Strafraum. Dort vergeben sie ihre Chancen aus aussichtsreicher Position. Oder es gibt ein Missverständnis mit den eigenen Mitspielern, von denen einige neu sind – Probespieler, die auf die neue Saison hin allenfalls verpflichtet werden. Denn das Dietiker Kader soll noch ergänzt werden. Während der Sommerpause mussten die Limmattaler nämlich einige Abgänge verkraften. So haben unter anderem Mittelfeldspieler Marjan Jelec und Stürmer Roberto Stoykov den Verein verlassen. Jelec hatte sein Debüt in der ersten Mannschaft vor ziemlich genau vier Jahren gefeiert und damals als 17-Jähriger im 1.-Liga-Spiel gegen Gossau gleich ein Tor geschossen. Und Stoykov, der erst in der Rückrunde der vergangenen Saison zu den Limmattalern gestossen war, hatte mit seinen Treffern dazu beigetragen, dass die Dietiker gar nicht erst in den Abstiegskampf gerieten. «Wir brauchen sicher noch zwei, drei neue Spieler», sagt Paiva.

Doch nicht nur das Kader der Dietiker hat sich verändert, sondern auch das System. Zuvor haben die Limmattaler ein 4-2-3-1 gespielt, gegen Dübendorf sind sie in einem 4-1-4-1 organisiert. «Das ist das erste Mal, dass wir so spielen», sagt Mittelfeldakteur Dino Duvnjak. «Wir müssen uns erst noch einspielen.»

Ebenfalls angepasst wurden die Trainingseinheiten. «Wir arbeiten konditionell mehr als vorher», sagt Duvnjak. «Das merkt man auch in einer solchen Partie. João ist es wichtig, dass wir physisch bereit sind.» Ansonsten seien die Unterschiede zwischen Paiva und dem ehemaligen Trainer Goran Ivelj jedoch nicht besonders gross: «Sie sind vom Typ her ganz ähnlich.»

Sehr gute Stimmung im Team

Die muntere Partie gegen die Dübendorfer geht mit 0:1 verloren, aber das Resultat ist in solchen Spielen ja ohnehin zweitrangig. Wichtiger ist, wie sich die Mannschaft präsentiert hat, und da zeigt sich Paiva durchaus zufrieden. «Die Jungs haben das bisher sehr gut gemacht, und auch die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut», sagt er.

Nun haben sie noch drei Trainings und am Donnerstag ein Testspiel gegen den FC Urdorf, in dem sie sich den Feinschliff holen wollen. Dann spielen sie am Samstag um 16 Uhr auf der Dornau gegen den FC Freienbach. Eine Woche später kommt es dann zum Spiel des Jahres aus Dietiker Sicht: Die Limmattaler empfangen im Cup die Profis des FC Lugano. Ist dieses Highlight schon im Hinterkopf der Spieler? «Nein, wir konzentrieren uns auf die Meisterschaft», sagt Duvnjak. «Da wollen wir zuerst drei Punkte holen. Und ich denke, wir sind physisch bereit für diese Partie.» Erst dann komme der Cup. Duvnjak hofft wie alle Dietiker auf viele Zuschauer – und auf etwas tiefere Temperaturen.