Fussball
Der FC Dietikon fahndet nach der Niederlage in Baden nach einem Leader

Der FC Baden gewinnt gegen einen FC Dietikon, der nur in Sachen Effizienz nicht ebenbürtig war mit 4:0. Zweimal waren die Gastgeber aus der Bäderstadt vom Elfmeterpunkt erfolgreich.

Calvin Stettler
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Dietikon verliert das Spiel und die Nerven.

Dietikon verliert das Spiel und die Nerven.

Raphael Biermayr

Es ist ein starkes Argument für vorhandene Qualität in einer Fussballmannschaft, wenn sie die maximale Ausbeute mit reduziertem Aufwand sicherstellen kann. Als jüngstes Beispiel für solch einen Luxuszustand drängt sich der FC Baden auf. Im Limmattal-Derby gegen den FC Dietikon triumphiert er. Klar. Doch die restlose Überzeugung bei diesem 4:0-Sieg fehlte. Ob im Bereich der angekommenen Pässe oder im spielerischen Bereich. Aber auch Badens Antagonist Dietikon vermochte sich nicht dem Sog des Schlendrians zu entziehen. Letztlich war es logisch, dass diese Partie durch einen ruhenden Ball lanciert wurde. Genauer gesagt durch einen Handelfmeter kurz vor der Pause. Nikola Marjanovic verwertete ohne ein Zögern. Dennoch nahm die Qualität des Spiels nach dem Pausentee nur bedingt zu. Dietikon bekundete derweil Schwierigkeiten mit den aufkommenden Tempoverschärfungen Badens. Von einem der schwächsten Auftritte in dieser Spielzeit wird Dietikon-Coach Goran Ivelij später sprechen.

Der Kampf mit den Absenzen
Gründe für das ernüchternde Fazit Ivelijs gab es einige. Dietikon verpasste es, sich aufzulehnen und zu reagieren. „Uns fehlt ein Leader“, konstatierte der FCD-Trainer im Bauch des Stadion Esp. Die Limmattaler sehen sich nach der Rückkehr von zwei verletzten Teamstützen. „Meinem Team mangelt es an der Routine, um in solchen Situation zu reagieren“, so Ivelij. Auch die Gegebenheit, dass der FCD am Mittwoch gegen Leader GC ein Abnützungskampf hatte, war ein Indiz für die unzureichende Leistung auf dem Badener Kunstrasen. Doch auch dem FC Baden fehlten an diesem Samstagnachmittag Leistungsträger. Zwölf Absenzen zählte Trainer Thomas Jent. Auch deshalb standen gegen Dietikon gleich fünf Eigengewächse im Kader.

Eine Augenweide entschädigt
Je älter das Spiel wurde, desto effektiver zeigten sich die Badener. Ein Treffer mit Flipper-Charakter bejubelte Patrik Gjidoda in der 70. Minute. Ein weiterer Penalty folgte zehn Minuten später. Dietikons Ersatztorhüter Sven Gammel verhinderte einen Badener Sturmlauf im eigenen Strafraum regelwidrig. Gjidoda doppelte vom Punkt aus eiskalt nach. Dass Gammel überhaupt zu einem Einsatz kam, war einem unschönen Zusammenprall zwischen Dietikons Stammgoalie Christian Baumgartner und einem Badener Verteidiger geschuldet. Der Schlussmann blieb länger liegen und musste mit Verdacht auf eine Hirnerschütterung ins Spital gebracht werden. Als praktisch alle Beteiligten bereits mit dem Spiel abgeschlossen hatten, fasste sich FCB-Spieler Laski ein Herz und zog aus 40 Meter Entfernung ab und liess das Dietiker Netz zum letzten Mal zappeln. Eine Badener Augenweide entschädigte für die fussballerisch limitierte Vorstellung beider Parteien. Badens Coach Thomas Jent zeigte sich dennoch zufrieden. „Wir wussten, dass wir geduldig sein müssen, da Dietikons Kräfte im dritten Spiel innert sieben Tagen waren.“ Durchschnittsfussball reichte dem FC Baden für einen fürstlichen Lohn, der Dietikons partielle Ebenbürtigkeit gekonnt kaschierte.