Nein, ein Spiel für Fussballfeinschmecker war die Partie zwischen dem Tabellenführer der interregionalen 2. Liga Dietikon und den Aargauern aus Schöftland nicht. Es war vielmehr zähe Arbeit. «Eine Begegnung, in dem wir wiederum viel Geduld benötigten», hielt Groan Ivelj nach Spielschluss fest. Der Dietiker Trainer und seine Mannschaft erlebten gestern ein Déjà-vu. Wie vor einer Woche gegen Red Star mogelten sie sich zum Sieg durch. «Völlig unnötig», schob Ivelj kritisch hinterher «Wir gingen mit unseren Chancen erneut sehr fahrlässig um.»

Der FC Dietikon ist einem Tor nah

Der FC Dietikon ist einem Tor nah

In der Tat strapazierten die Dietiker ihre Nerven und die ihres Anhangs. Hauptsünder war Srdan Aksic. Der Stürmer vergab ein halbes Dutzend erstklassiger Gelegenheiten. Teils scheiterte er am hervorragenden Schlussmann Silvan Geissmann, teils vergab Aksic schlichtweg kläglich. Dass er dennoch nicht zum tragischen Helden wurde, verdankte er der Szene in der 67. Minute, als er den Ausgleich für sein Team erzielte.

Parallelen zum Red Star-Spiel hatte auch die Dramaturgie. Gegen das aufopferungsvoll kämpfende Schöftland benötigten die Limmattaler ebenfalls ein Last-Minute-Tor, um den Platz als Sieger zu verlassen. Naim Haziri erzielte fünf Minuten vor dem Ende den viel umjubelten Treffer. «Für diesen Erfolg gibt es keinen Schönheitspreis. Wir haben aber Charakter gezeigt», befand der Captain.

Die Dietiker verlängerten ihre eindrückliche Erfolgsserie um ein weiteres Kapitel. Seit elf Meisterschaftsspielen sind die Limmattaler nunmehr nicht mehr bezwungen worden, zehn davon bestritt die Mannschaft auf fremdem Terrain. Wegen der Platzsanierung auf der Dornau. Die Begegnung gegen Schöftland war die erste Heimpartie seit Ende September. Wobei Heimspiel nur bedingt zutrifft: Die Partie fand auf der Sportanlage Bunkersmatt in Widen statt. Einer fühlte sich allerdings besonders wohl. Goran Ivelj wohnt nur einen Steinwurf von der Anlage entfernt und tobt sich hier öfters mit seine beiden Kindern aus.

Jubel nach dem Siegtreffer von Captain Naim Haziri

Jubel nach dem Siegtreffer von Captain Naim Haziri


Taljevic ab sofort spielberechtigt

In Kürze im Dress der Dietiker austoben darf sich vermutlich auch Ifet Taljevic. Der ehemalige Profi, der unter anderem für Xamax und den FC Thun unter Vertrag stand, ist ab sofort für die Limmattaler spielberechtigt. Goran Ivelj rechnet damit, dass Taljevic am Samstag im Spitzenkampf in Langenthal (17 Uhr, Rankmatte) seinen Einstand geben wird. «Er wird uns mit seiner Routine guttun», ist Ivelj überzeugt. Gegen die Oberaargauer werden, auch wenn Spieler, Trainer und Vereinsleitung es verneinen, die Weichen im Aufstiegsrennen gestellt.

Groan Ivelj, Trainer des FC Dietikon, zum Zittersieg

Groan Ivelj, Trainer des FC Dietikon, zum Zittersieg

Mit einem Sieg würde der Vorsprung der Dietiker auf sieben Verlustpunkte anwachsen. Vereinspräsident Thomas Roth lassen solche Rechnereien unbeeindruckt. Nicht einmal ein Fancar wird organisiert. Das allerdings aus nachvollziehbarem Grund: «Das letzte Mal, als wir mit einem Bus nach Langenthal reisten, haben wir verloren», so Roth.