Er ist vollbracht! Die Birmensdorfer Fussballer haben ihren Steigerungslauf mit der angestrebten Promotion in die 2. Liga gekrönt. Bei garstigen äusseren Bedingungen erzielten Filipovic, Fanka, De Castro, Petrovic und Mustafi die Treffer zum ungefährdeten 5:1-Heimsieg gegen Altstetten II.

Würden die Nerven halten? Waren die Birmensdorfer bereit für den finalen Schritt? Ober würde Verfolger FC Oetwil-Geroldswil im Fernduell doch noch vorbeiziehen? Die Fans auf der Breite waren voller Vorfreude auf den letzten Heimauftritt ihrer Mannschaft, ein wenig Skepsis war bei den langjährigen Beobachtern auszumachen.

«Wenn wir es heute nicht schaffen, dann haben wir den Aufstieg auch nicht verdient. So einfach ist das.» Fabio Stiz sprach vor seinem letzten Spiel als Birmensdorfer Übungsleiter Tacheles. «Wir müssen einfach gewinnen. Dann kann es uns egal sein, was Oetwil zustande bringt.»

Ähnlich sahen das auch seine Spieler. Und so sorgten sie schnell einmal für klare Verhältnisse. In der dritten Minute durfte Marko Filipovic bereits den dritten Eckball treten, nach neun Minuten stand wiederum der Captain im Rampenlicht, als er mit einem trockenen Schuss das Skore eröffnete.

«Ihr seid die Grössten»

Der FCB powerte weiter und entschied den Aufstiegskampf durch weitere Treffer nach Eckbällen – Fanka nach 16 und De Castro nach 26 Minuten – bereits frühzeitig. Am Schluss schaute ein diskussionsloser 5:1-Erfolg heraus. Und so konnten die Feierlichkeiten offiziell beginnen.

Mit Bier, Champagner und einem speziell angefertigten Aufsteiger-T-Shirt liessen sich die Akteure von ihren Fans feiern. «Ihr seid die Grössten», rief einer. Nach seinem letzten Auftritt als FCB-Trainer genoss Fabio Stiz den Augenblick des Erfolgs sichtlich. «Dass wir das geschafft haben, ist grossartig. Dass der Verein jetzt wieder in der 2. Liga spielt: wunderbar.»

Dieses Kunststück schaffte der 1948 gegründete Klub in seiner Geschichte erst zum zweiten Mal nach 1981. Verschwitzt, von Regen und Bier durchnässt verabschiedete sich Stiz in die Kabine. «Jetzt muss ich erst mal duschen. Danach gibts was zu essen», sagte er und klatschte mit jedem ab, der ihm begegnete.

Kaderumbruch steht an

Derweil dislozierten die Supporter in die Sportplatz-Beiz und setzten sich an gedeckte Tische. «Die Mannschaft stösst auch noch dazu. Wie lange die Spieler nach dem Essen hier bleiben, werden wir sehen.» Birmensdorfs Sportchef Dani Margreth freute sich im Stillen über den Aufstieg, war sich aber auch bewusst, was das für den bescheidenen Verein in nächster Zeit bedeutet. «Es kommt viel Arbeit auf uns zu.»

Wie das Kader in der neuen Saison aussehen wird, konnte und wollte Margreth gestern noch nicht verraten, nicht einmal andeutungsweise. «Wir stehen in Verhandlungen mit verschiedenen Spielern. Aber zuerst mussten wir ja einmal wissen, in welcher Liga wir kommende Saison spielen.»

Diese Frage ist seit gestern kurz vor Mittag geklärt. Ab sofort können der neue Trainer Goran Gasic, sein Assistent Giuseppe Sorrentino und der FCB-Vorstand Nägel mit Köpfen machen. Und den neuen FCB, Ausgabe 2015/16 planen.

Oetwil-Geroldswil nützt Kantersieg nichts

Regen im Sommer freut eigentlich kaum jemanden, zum als Randnotiz verkommenen letzten Meisterschaftsspiel des weiterhin-3.-Ligisten Oetwil-Geroldswil passte er jedoch hervorragend. Soeben hatten die Limmattaler den mässig motivierten dafür stark limitierten Gast Morava mit 8:2 gebadet, dennoch verliessen sie das durchnässte Grün wie begossene Pudel.

Aufgrund des 5:1-Erfolges von Konkurrent Birmensdorf hatte der Heimsieg die Bedeutung eines Staubsaugers in der Wüste. Schon früh führte der neue Aufsteiger 3:0, was die Zuschauer auf der Werd wohl mitbekommen hatten, gejubelt wurde bei den Toren des FCOG nur einmal - als Patrick Pereira in der 4. Minute per Elfmeter dem Gast die erste kalte Dusche, die nicht vom Himmel kam, verpasste.

Dennoch zeigte sich Oetwil-Geroldswils Trainer Roger Balmer unmittelbar nach Abpfiff zufrieden: «Die Jungs sind natürlich enttäuscht, bei mir überwiegt jedoch der Stolz über die grandiose Saison.» In der Tat lieferten seine Schützlinge eine denkwürdige Saison.

Folgt nächstes Jahr der Aufstieg?

Sie schalteten im Cup auf dem Weg in den Halbfinal drei Zweitligisten aus und übertrafen in der Meisterschaft die historische Bestmarke von 40 Punkten aus der Vorsaison gleich um zehn Zähler. «Am Ende war es halt ein verdammter Punkt zu wenig», sagte Balmer und zeigte, dass ihn die verpasste Chance des Aufstieges doch etwas wurmt.

Leicht zurückhaltend blickt der FCOG-Übungsleiter in die kommende Saison, wo nach einem dritten und zweiten Platz konsequenterweise der Aufstieg angestrebt werden muss: «Bevor die Gruppenkonstellation offiziell ist, kann man nur schwer eine Prognose machen.» Und dennoch schiebt er sogleich nach: «Klar, ich würde gerne aufsteigen.»

Für die Limmattaler spricht nicht nur, dass mit Schlieren und Birmensdorf die beiden einzigen Teams - die in den letzten beiden Jahren vor dem FCOG klassiert waren - nichts mehr mit der 3. Liga am Hut haben, sondern auch, dass die Mannschaft grösstenteils zusammen bleiben wird. 

Tränen über Abstieg in Engstringen 

Die Engstringer konnten sich im Abstiegsknaller in Albisrieden nicht aus der Negativspirale befreien. Duske brachte die Gäste zwar mit 1:0 in Führung, doch nach dem Seitenwechsel drehten die Letzi-Kicker die Partie und feierten den Klassenverbleib.

Auf der anderen Seite herrschte eine Enttäuschung, die sich zunächst dumpf zeigte, später habe es gemäss Vereinspräsident Reto Keller Tränen gegeben. Keller richtete zweimal Worte an die Mannschaft, bevor er sie dazu einlud, die Saison beim Grillieren im Klubhaus ausklingen zu lassen. «Bis auf einen sind alle Spieler hier», sagte der um Fassung bemühte Präsident rund zwei Stunden nach Spielschluss am Handy.

Der Abstieg kommt überraschend, wenn man die Vorrunde betrachtet, die die Engstringer mit 15 Punkten auf Platz 5 abschlossen. Doch nach der Winterpause – und dem umstrittenen Trainerwechsel von José Varela zu Beni Achermann – holten die Limmattaler nur noch sieben Punkte.

Trainer soll bleiben

Reto Keller sieht als Gründe für den Niedergang «die vielen Verletzten und Schiedsrichterentscheide, die nicht zu unseren Gunsten waren». Tatsächlich hatte der FCE eine Menge Absenzen zu verkraften, gestern beispielsweise fehlten mit Patrick Meier (verletzt) und Lukas Baur (gesperrt) die wichtigsten Offensivspieler.

Baur und drei weitere Routiniers haben schon länger angekündigt, den FCE respektive die erste Mannschaft zu verlassen. Aus diesem Grund stand hinter der kommenden Spielzeit in der 3. Liga ein grosses Fragezeichen.

Mit dem Abstieg haben sich allfällige Sorgen erledigt. «Für einen Neuanfang ist es besser in der 4. Liga», sagt denn auch Präsident Keller. Vier auswärtige Spieler hätten für die kommende Saison zugesagt – unabhängig der Ligazugehörigkeit. Und auch Trainer Achermann soll bleiben. 

Die Schlusstabelle finden Sie hier.