Eishockey
Der ewige Kampf ums Überleben bei den Limmattal Wings

Die Limmattal Wings verlieren das bisher wichtigste Spiel der Saison gegen Glarus knapp mit 6:7 und müssen sich Richtung Abstiegsplätze orientieren. Mann des Spiels war trotz der Niederlage Fabian Meier mit vier Toren.

Fabian Tschamper
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Nicht zu halten und am Ende doch enttäuschend: Fabian Meier (links) steuerte vier Tore bei der 6:7-Niederlage gegen Glarus bei.

Nicht zu halten und am Ende doch enttäuschend: Fabian Meier (links) steuerte vier Tore bei der 6:7-Niederlage gegen Glarus bei.

«Tempo, Tempo» tönt es von der Bande her immer wieder. Geschwindigkeit. Eine Grundlage, die im Eishockey äusserst wichtig ist. Das liessen sich die beiden Mannschaften nicht nehmen, bereits nach den ersten fünf Sekunden muss Wings-Torhüter Thomas Gebistorf eingreifen, um nicht ein Tor zu kassieren. Doch die Glarner lassen in den ersten sechs Minuten nichts anbrennen. Schnell fallen die Tore eins und zwei für den Gast. Beide Mannschaften brauchen einen Sieg um noch Luft nach oben zu haben. «Unser schwache Anfang war bitter, wir haben innert fünf Minuten zwei Shorthander einstecken müssen», erzählt Captain Marco Birrer.

An die Substanz gegangen

Das war der Beginn einer kräfteraubenden und von Rückschlägen geprägten Partie: Die Limmattaler kamen bis zum Stand von 4:4 immer nur bis auf ein Tor Rückstand heran. Und wenn sie dann mal den Anschlusstreffer erzielt hatten, bekamen sie gleich die Quittung mit dem weiteren Führungstor des Glarner EC. Das Spiel war spannend und ging für beide Seiten an die Substanz. «Ich bin völlig fertig, das war wirklich anstrengend, physisch und psychisch», weiss Birrer. Unentschieden also bei Ende des zweiten Drittels. Endlich hatte man den Ausgleich geschafft und konnte jetzt - mit etwas weniger Energie als am Anfang - wieder bei Gleichstand aufspielen.

Alleinunterhalter Fabian Meier

Doch das letzte Drittel startete wie schon das erste, mit einem satten Schuss aufs Tor der Wings. Diesmal war der Goalie zu spät und wieder waren die Gäste mit einem Treffer mehr in Front. Doch der Kampf war noch nicht verloren. Die Wings versuchten schon beinahe verzweifelt den Puck endlich über die gegnerische Torlinie zu befördern. Die tragische Figur hierbei: Cyril Hruby. Mehrfach stand er alleine vor dem Kasten der Glarner und vermochte den Puck nicht zu versenken. «Wir hatten Chancen für 20 Tore, aber konnten sie nicht nutzen», sagt Birrer und fügt an: «Fabian Meier kann nicht alles alleine machen, jeder muss seinen Beitrag leisten.» Ja dieser Meier – er schoss vier von den sechs Toren der Wings. Er war der Mann, der für die Tore sorgte - ab und an mit spektakulärem Körpereinsatz. Wie beim 5:5 – mit einem hechtartigen Sprung zum Puck.

Gegen Affoltern müssen Punkte her

Dann kam die 54. Minute. Eine Minute, die Hoffnung gab. Eben dieser Fabian Meier verwandelte zum 6:5 und die Wings errangen die erste Führung der Partie. Alles schien wieder drin zu sein – jedenfalls für eine weitere Minute lang. Da gelang den Gästen der Ausgleich und zwei Minuten später sogar die spielentscheidende Führung zum 6:7. «Jetzt kämpfen wir nicht mehr nach vorne, sondern gegen den Abstieg. Das heisst, wir müssen im nächsten Spiel in Affoltern punkten», erklärt Birrer. Der Flug der Wings war an diesem Abend gescheitert. Doch wer weiss, vielleicht ist das Fliegen wie Fahrrad fahren – das verlernt man nicht.