Dabei taucht unter den Urdorfer Torschützen ein Name auf, den man bis vor zwei Wochen nie gelesen hatte. Marc Bender glänzte bis dato durch unermüdlichen Einsatz und den Mut, sich in Schüsse zu werfen.

Wie einst Fluri

Ein mannschaftsdienlicher Verteidiger also, dessen Bewegungsablauf mit dem extrem nach vorn geneigten Oberkörper stark an den langjährigen Haudegen Guido Fluri erinnert. Wie jener früher, kann heute Bender bei Bedarf auch als Stürmer eingesetzt werden.

Das geschah zuletzt häufiger. Beim 5:4 gegen Schaffhausen erzielte der Oberengstringer seine ersten zwei Treffer im Urdorf-Trikot. Gegen Luzern traf er bei Spielmitte zum 3:2, dem dritten Führungstreffer der «Stiere», als er – nach schöner Vorarbeit von Tobias Landis – den Goalie Steve Cottier zwischen den Schonern erwischte.

Die Limmattaler kassierten in der 49. Minute in Unterzahl das Tor zum 3:3, erzielten aber in den Schlussminuten ihrerseits in Überzahl die zwei letzten Treffer. Bender und Co. hatten nach der Panne in Chiasso (0:6) vor Wochenfrist wieder Grund zum Jubeln.

Zum zweiten Mal in Urdorf

Der polyvalente Spieler freute sich mit wenigen Worten, aus denen jener Pragmatismus spricht, den er auch zu spielen pflegt. Auf die Frage, warum es plötzlich klappt mit dem Toreschiessen, sagt der 22-Jährige lapidar: «Weil ich jetzt als Stürmer eingesetzt werde.»

Bender begann in der ZSC-Organisation mit Eishockey, ehe er bis zur Novizenstufe auf der Weihermatt aktiv war, bevor er wieder in die Stadt wechselte. Im vergangenen Jahr schloss er sich erneut dem EHCU an. «Es war immer meine Absicht, für die erste Mannschaft hier zu spielen. Die 2. Liga reizte mich und war eine passende Möglichkeit.»

Harte Nuss am Mittwoch

Die Urdorfer können Benders neue Qualitäten als Skorer nicht mehr lang nutzen. Nach dem Match am Mittwoch gegen Leader Dürnten (20 Uhr, Weihermatt) tauscht er die Eishockeyausrüstung gegen die Skiausrüstung ein: Der gelernte Elektroinstallateur arbeitet während einer Saison als Skilehrer in der Lenzerheide.

Bender hat mitgeholfen, eine gute Ausgangslage für die Limmattaler für die restlichen zwölf Qualifikationsmatches zu schaffen. Die nun zehn errungenen Punkte sind gleichbedeutend mit der Ausbeute der ganzen vergangenen Spielzeit. Der Playoffplatz ist nur noch zwei Punkte entfernt, der Vorsprung auf den Abstiegsrundenrang ist auf vier Zähler gewachsen.

Gegen das gegenwärtig unwiderstehliche Dürnten wäre es verwegen, weitere Punkten fest zu budgetieren. Wenngleich etwas für die Urdorfer spricht: Sie gewannen seit dem Wiederaufstieg 2012 nie gegen die Oberländer.