Handball

Der Coach des HC Dietikon-Urdorf über sein Damen-Team: «Früher redete man an eine Wand»

Die dreifache Torschützin Cheryl Ilitsch in Aktion.

Die dreifache Torschützin Cheryl Ilitsch in Aktion.

Die Damen des HC Dietikon-Urdorf starteten mit Erfolg in die 2.-Liga-Finalrunde. Coach Tobias Zatti spricht über Ziele und Möglichkeiten.

Mit einem 31:18-Heimsieg gegen die ewigen Rivalinnen der Albis Foxes kamen die Damen des HC Dietikon-Urdorf in der Finalrunde wunschgemäss aus den Startlöchern. «Dieser Erfolg gibt uns Sicherheit», freute sich Coach Tobias Zatti nach dem einseitigen Spiel. Weil seine beiden Trainerkollegen Muzi Dogru und Manuela Strebel unabkömmlich waren, orchestrierte Zatti den Sieg in Eigenregie von der Seitenlinie aus.

Die ohne Stammgoalie Karin Kurzbein angetretenen Limmattalerinnen konnten sich vor allem in der Startphase der Partie auf die erst 19-jährige Torhüterin Kaltrina Ramoja verlassen. Sie rettete in den ersten fünf Minuten viermal.

Doch nicht nur das, Ramoja lancierte mit weiten Pässen immer wieder ihre Vorderleute und leitete somit schnelle Gegenstösse ein. «Sie hat das ganz gut gemacht», lobte Zatti. Und schob dann eine interessante Zahl nach. Ramoja habe eine Fangquote von 44 Prozent gehabt. Im internationalen Handball eine Zahl, die nur die besten Goalies erreichen.

Die Begegnung verlief in den ersten 30 Minuten zumindest resultatmässig einigermassen ausgeglichen, der HCDU führte zur Pause mit 12:8. Nach dem Seitenwechsel drehten die Hausherrinnen gegen die ersatzgeschwächt angetretenen Foxes auf und feierten schliesslich einen 31:18-Erfolg. Trotz des Paukenschlags will Coach Zatti nicht abheben und sagt: «Wir haben den ersten Teil erledigt, gewonnen ist aber noch gar nichts.» Das grosse Ziel ist und bleibt die Rückkehr in die 1. Liga.

Der Coach schaut sich die unbekannten Gegnerinnen an

Auch wenn Tobias Zatti den Ball bewusst flachhält, es würde erstaunen, sollte der angestrebte direkte Wiederaufstieg in die 1. Liga nicht klappen. In der Qualifikation verlor sein Team nur einmal – notabene gegen die Albis Foxes – und totalisierte nach zehn Partien eine Tordifferenz von plus 86. «Die entscheidenden Partien folgen in den nächsten Wochen», sagt Zatti.

Dann geht es dreimal gegen Teams, gegen die der HCDU in der Qualifikation nicht gespielt hat und deren Spielweise er deshalb auch nicht kennt. Morgen Sonntag um 15.45 Uhr das Auswärtsspiel gegen Uzwil/Gossau, in einer Woche ebenfalls auswärts gegen Appenzell und dann am 9. Februar das Heimspiel in Urdorf gegen Weinfelden. «Nach diesen drei Spielen wissen wir, wo wir stehen», so der Coach.

Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sieht sich Zatti die nächsten Gegner vor Ort an. In Appenzell war er schon, heute Samstagabend wird er sich das Heimspiel von Weinfelden gegen die Albis Foxes anschauen. Den zeitlichen Mehraufwand nehme er gerne in Kauf, sagt Zatti. «Ich erwarte von meinen Spielerinnen eine gewisse Professionalität, dasselbe dürfen sie auch von mir erwarten.» Seine Akteurinnen ziehen voll mit, sagt Zatti anerkennend. Das war indes nicht immer so.

Zeiten als Liftmannschaft sollten vorbei sein

Zusammen mit seinem Co-Coach Muzi Dogru zeichnet Tobias Zatti bereits in der vierten Saison verantwortlich für das Damenteam, Assistenztrainerin Manuela Strebel stiess im vergangenen Herbst hinzu. «Früher redete man als Trainer oft an eine Wand», blickt Zatti zurück, «in der Kabine sagten wir, wie es auf dem Feld laufen sollte. Und kaum hatte der Schiedsrichter die Partie angepfiffen, war alles wieder vergessen.»

Die Folge: In der Ära Zatti/Dogru stieg man in die 2. Liga ab, dann wieder rauf und im vergangenen Frühling wieder runter. Doch jetzt sollen die Zeiten als Liftmannschaft endgültig vorbei sein. Zatti: «Wir haben im Trainerstaff ein gutes Gefühl, was die Finalrunde betrifft. Jetzt müssen wir einfach liefern.»
Wie der Modus aussieht, ist noch völlig offen. «Das wird im Laufe des März bekannt gegeben. Wir müssen einfach möglichst jeden Match gewinnen, dann kommts schon gut», gibt sich Zatti pragmatisch.

Laut der Website von Handball Schweiz gibt es in den beiden Finalrundengruppen total vier Aufsteiger in die 1. Liga. Weil jedoch ein freiwilliger Verzicht zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen bis zum 15. März möglich ist, werden die genauen Aufstiegsmodalitäten gegen Ende März bekannt gegeben.

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