Tennisclub Schlieren
Der Aussenseiter will es auf und neben dem Platz geniessen

Das Herrenteam 55+ des Tennisclubs Schlieren startet in seine erste Saison in der Nationalliga A.

Sandro Zimmerli
Merken
Drucken
Teilen
Die Herrenmannschaft 55+ des Tennisclubs Schlieren nimmt in diesem Jahr das Abenteuer Nationalliga A in Angriff.

Die Herrenmannschaft 55+ des Tennisclubs Schlieren nimmt in diesem Jahr das Abenteuer Nationalliga A in Angriff.

Sandro Zimmerli

Es ist ein exklusiver Kreis, in den sich die Herrenmannschaft 55+ des Tennisclubs Schlieren gespielt hat. Nach dem letztjährigen Aufstieg in die Nationalliga A kämpfen sie in dieser Interclubsaison gemeinsam mit sieben weiteren Teams um den Schweizer Meistertitel in ihrer Alterskategorie. Wobei der Titelgewinn nicht zuoberst auf der Prioritätenliste der Mannschaft steht. «Unser Ziel ist der Ligaerhalt. Zudem wollen wir die Saison geniessen», sagt Teamcaptain Peter Keller.

Eine erste Gelegenheit dazu bietet sich am Sonntag in einer Woche, wenn die Limmattaler in der ersten Runde zu Hause um 12 Uhr Dählhölzli Bern empfangen. Eine Woche später, am 7. Mai, ebenfalls in einem Heimspiel, wartet dann mit Lido Lugango der amtierende Vizemeister.

Doch eigentlich spiele es keine Rolle, wie der Gegner heisse, sagt Keller. «Wir sind in jeder Partie Aussenseiter. Das heisst aber auch, dass wir immer unbeschwert aufspielen können.» Wir, das sind neben Keller (R5), Frank Bannwart (R4), Juan Ariza (R4), Danny Freundlieb (R5) und Franz Julen (R6).

8

Teams aufgeteilt in zwei Vierergruppen spielen bei den Herren 55+ in der Nationalliga A um den Titel.

Gemeinsam nehmen die fünf Teamkollegen ein Abenteuer in Angriff, welches im Tennisclub Schlieren schon lange keine Mannschaft mehr erleben durfte. Überhaupt ist es für Limmattaler Clubs eine Seltenheit, mit einem Team in der höchsten Liga vertreten zu sein. In der aktuellen Saison ist dies neben Schlieren nirgends der Fall.

Neuerung im Doppel

Vorbereitet auf die Saison haben sich die fünf Schlieremer Teamkollegen diesen Winter nicht viel anders als in früheren Jahren. Mit einer Ausnahme. «Wir haben unter Anleitung von Danny Freundlieb regelmässig Doppel trainiert», so Keller. Das unter anderem mit Blick auf die neue Regel, die in den Doppelpartien zum Tragen kommt. Bei «Einstand» wird nur noch ein entscheidender Punkt gespielt, wobei die Rückschläger wählen, ob sie den Aufschlag auf der rechten oder linken Hälfte des Spielfeldes annehmen. Das Doppel, das diesen entscheidenden Punkt macht, gewinnt das Game.

Neu ist für die Schlieremer nicht nur diese Regel, auch gegen den Grossteil ihrer Gegner in dieser Saison dürften sie zuvor noch nie gespielt haben. Doch gerade das mache den Reiz dieser Spielzeit aus, findet Keller. «Man trifft auf die Spieler, denen man normalerweise an Turnieren in der Region nicht begegnet», sagt der Captain. Er hoffe deshalb auf viele gute Partien.

Egal wie diese ausfallen werden, auf ein gutes Glas Wein werden die Limmattaler nach ihren Spielen nicht verzichten. Als Weinredaktor der «NZZ am Sonntag» ist der Captain persönlich dafür besorgt. «Nach jeder Saison offeriere ich eine Magnumflasche. Die Qualität des Inhalts ist abhängig vom Abschneiden der Mannschaft», sagt Keller. Um im Team mitzuspielen, sei es deshalb keine schlechte Voraussetzung, wenn man einem guten Glas nicht abgeneigt sei.

Denn bei allem sportlichen Ehrgeiz soll die Kameradschaft in der Mannschaft im Vordergrund stehen. «Wenn wir absteigen sollten, wird niemand etwas sagen», so Keller. Andererseits: «Alles was besser ist als der Abstieg, ist super.» Das dürfte wohl auch für den Wein gelten.