Handballteam Dietikon-Urdorf
«Der Abstieg ist, so enttäuschend er auch war, eine Chance für den Verein»

Dietikon-Urdorf nimmt die neue Saison mit einigen Änderungen in Angriff.

Michel Sutter
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Das Handballteam Dietikon-Urdorf spielt hier gegen BSG Vorderland. (Symbolbild)

Das Handballteam Dietikon-Urdorf spielt hier gegen BSG Vorderland. (Symbolbild)

Dienstagabend, Stadthalle Dietikon: Spielzüge werden einstudiert und diskutiert. Das Handballteam Dietikon-Urdorf befindet sich mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison, die am Samstag mit der Auswärtspartie bei Pfadi Winterthur beginnt. Nach dem Abstieg in die 2. Liga hat sich bei den Limmattalern einiges verändert. So ist Luzi Tiefenauer, langjährige Teamstütze von Dietikon-Urdorf, Sportchef geworden. «Das Knie ist kaputt, daher habe ich das Amt des Sportchefs übernommen», sagt er.

In seiner ersten Saison als Sportchef bekommt Tiefenauer gleich einiges zu tun. So hat der Vorstand des Vereins beschlossen, die Strategie zu ändern und sich auf junge Spieler zu konzentrieren. «Wir haben schon in den vergangenen Jahren jede Saison einige Abgänge gehabt», begründet Tiefenauer den Entscheid. Diese Abgänge hatte man jeweils mit Zuzügen zu kompensieren versucht, um den Ligaerhalt zu schaffen. Nach dem Abstieg in der vergangenen Saison hat der HC Dietikon-Urdorf jetzt den personellen Umbruch eingeleitet.

Dieser sei überfällig gewesen, sagt Tiefenauer: «Wären wir in der 1. Liga geblieben, hätten wir natürlich wieder versucht, die Liga zu halten, und dann wären die Jungen wieder nicht zum Zug gekommen», sagt Tiefenauer. «Daher ist der Abstieg, so enttäuschend er auch war, eine Chance für den Verein.»

Nun sollen es also die Jungen richten. «Wir bauen die Mannschaft auf», sagt Präsident Heinz Burla. «Zusätzlich haben wir ein Programm gestartet, bei dem wir sieben- bis zwölfjährige Knaben und Mädchen für den Handball begeistern und in den Verein bringen.»

Die erste Mannschaft ist neu als Spielgemeinschaft gemeldet. Das bedeutet, dass sie während der Saison Spieler mit einem Partnerverein tauschen und sich damit punktuell verstärken darf. «Daneben haben wir das zweite Team in der 2. Liga, in dem einerseits die Routiniers spielen, aber auch Junge, die noch nicht ganz so weit sind, damit sich diese an den höheren Rhythmus gewöhnen können», sagt Burla. Diese Mannschaft ist nun als HC Dietikon-Urdorf auf dem Spielplan. Der Fokus des Vereins liegt allerdings auf der Spielgemeinschaft. Mit dieser haben die Verantwortlichen ein Ziel: «Die Jungen sollen ein paar Jahre bei uns bleiben», sagt Tiefenauer. «Die erste Mannschaft soll wieder zum Aushängeschild werden und attraktiven Handball zeigen.»

1. Liga als Fernziel

Doch besteht nicht ein gewisses Risiko, dass die jungen Spieler in der 2. Liga überfordert sind und der Verein Gefahr läuft, wieder in den Abstiegsstrudel zu geraten? «Es ist klar: Die 2. Liga ist nicht einfach», meint Tiefenauer. «Und es wird auch eine harte Saison werden. Wir werden vor allem in den ersten Spielen wohl ins kalte Wasser fallen.» Aus diesem Grund habe man auch kein sportliches Ziel definiert. «An den Aufstieg denken wir nicht», sagt Tiefenauer. «Natürlich wollen wir langfristig wieder in der 1. Liga spielen, aber in der neuen Saison ist das nicht realistisch.» Und Burla ergänzt: «Wir führen die Mannschaft an die 1. Liga heran. Der direkte Wiederaufstieg ist aber nicht das Ziel.»

Viel eher soll die Mannschaft erst einmal zusammenfinden und dem Verein verbunden bleiben. «Dann bin ich zuversichtlich, dass wir uns in der 2. Liga halten werden», sagt Tiefenauer. Er hofft auf einen Platz im oberen Mittelfeld.