Fraglos profitierte der Unterengstringer dabei vom Verzicht des Dietikers Amaru Schenkel - er lief über 200 Meter - sowie von den Verletzungen von Rolf Malcolm Fongué (Dietikon) und Steven Gugerli (Urdorf). Als Fünftbester der Saisonbestenliste und Leader der U23-Wertung hatte er sich das Nachrücken aber verdient.

Das Aufgebot erfolgte dennoch kurzfristig. Denn erst sechs Tage vor dem Start in Dublin drängte der 21-jährige Somasundaram ins Rampenlicht. In Frauenfeld verbesserte er seine Bestleistung über die Paradestrecke von zuvor 10,87 Sekunden gleichentags gleich zweimal, im Vorlauf auf 10,73 Sekunden, im Final auf 10,70 Sekunden. Ein Exploit, der ihn selbst überraschte: «Ich dachte daran, persönliche Bestzeit laufen zu können. Die Bedingungen waren gut. Aber ich hätte nicht gedacht, dass sie so gut ausfallen würde.»

Dank seiner Leistungsexplosion über 100 Meter winkt ihm entfernt die Chance auf eine dritte Destination. Die Limite für die U23-Europameisterschaften im Tampere (Finnland) beträgt 10,60 Sekunden. Die Selektionsperiode läuft am kommenden Sonntag ab. Somasundaram stellt sich am Swiss Meeting in Nottwil der Herausforderung, erneut für eine Überraschung zu sorgen. Druck mache er sich aber keinen. «Den EM-Start hatte ich nicht geplant - wenn er sich ergibt, umso besser», sagt der frühere Athlet des TV Engstringen.

So oder so wartet die Saison für ihn noch mit Höhepunkten auf: In Luzern und möglicherweise in Lausanne werde er im Vorprogramm der Topmeetings vor einem grossen Publikum laufen können.