Eishockey

Dem Limmattaler Eishockey werden Flügel verleiht

Die Urdorfer (in Schwarz) und die Limmattal Wings reichen sich die Hand zum Bunde.bier

Die Urdorfer (in Schwarz) und die Limmattal Wings reichen sich die Hand zum Bunde.bier

Der EHC Urdorf und die Limmattal Wings schlagen einen gemeinsamen Weg ein. In Zukunft kooperieren die beiden Vereine. Sie legen ihre zweiten Mannschaften in der 4. Liga zusammen.

Die Kulisse wurde der Bedeutung des Anlasses nicht gerecht. Nur ungefähr 30 Personen versammelten sich am vergangenen Dienstagabend im Restaurant Steinerhof in Urdorf, um zu vernehmen, worauf sich die Vorstände des EHC Urdorf und des HC Limmattal Wings verständigt hatten. In Zukunft kooperieren die beiden Vereine. Sie legen ihre zweiten Mannschaften in der 4.Liga zusammen, wovon das Fanionteam der Wings in der 3. Liga direkt profitieren soll: Die Talentierten und Gewillten aus dem Urdorfer Fundus sollen künftig für sie die Schlittschuhe schnüren.

Während der Vorteil für die Wings offenkundig ist, bleibt er für den nun freundnachbarlichen Lokalrivalen auf den ersten Blick verborgen.

EHCU-Präsident Thomas Leimgruber erklärt: «Wir können in den Trainings der ersten Mannschaft die Leistungsstärke erhöhen.» Damit ist gemeint, dass die 2.-Liga-Equipe künftig bei geringer Trainingspräsenz auf 3.-Liga-Spieler zurückgreifen kann und nicht mehr auf die Reserven Rücksicht nehmen müssen. Diese trainieren in der neuen Konstellation zweimal wöchentlich in Wettingen. Sie sind unter den Wings gemeldet, sollen aber einen eigenen Namen erhalten. Einer der kolportierten Vorschläge: Team Limmattal Selection. Ausserdem hätte die erst vor Jahresfrist gegründete zweite Mannschaft in Urdorf künftig einen schweren Stand, wie Leimgruber andeutet. Für sie steht kein eigenes Trainingseis auf der Weihermatt zur Verfügung, das Einmieten in Dielsdorf ist einerseits teuer und andererseits unbeliebt des Anfahrtswegs wegen.

Spieler austauschen

Die Zusammenarbeit soll die Attraktivität der Teams steigern, sofern die Spieler mitziehen. Das gemeinsame 4.-Liga-Team dürfte konkurrenzfähiger sein als die beiden bisherigen, die in der vergangenen Saison die letzten Plätze belegten. Die 3.-Liga-Mannschaft, die sich in der abgelaufenen Spielzeit mehr schlecht als recht schlug, wird wie erwähnt stärker, weil es auf ein breiteres, jüngeres Kader zurückgreifen kann. Das kommt über kurz oder lang auch den Urdorfern in der 2. Liga zugute. Sie müssen die Spieler, die den Cut nicht schaffen, nicht in die Niederungen der 4. Liga schicken. Ausserdem können beide Vereine mittels B-Lizenzen und reglementskonformer Kniffe auch Akteure unter den beiden ersten Mannschaften austauschen – vielleicht sieht man den langjährigen Wings-Topskorer Cyrill Hruby doch noch einmal im Urdorfer Trikot. Die Trainer der 3.- und der 4.-Liga-Equipe sind noch nicht bekannt.

Dass eine Zusammenarbeit der beiden Vereine nach Jahrzehnten des Nebeinanders zustande kommt, liegt an einzelnen Köpfen. Dani Hüni stand bei den Wings im Tor und übernahm das Team anschliessend als Trainer, bevor er 2010 auf die Urdorfer Weihermatt wechselte. Er liess den Kontakt zu den Wings nie abbrechen und wies wiederholt auf den Sinn einer Zusammenarbeit hin. Urdorf-Präsident Leimgruber war zu 1.-Liga-Zeiten Goalie der «Stiere» und erlebte die emotionalen ersten Derby-Jahre nach der Jahrtausendwende im Tor der Dietiker mit. Kein Wunder, hatte er für die Ideen von Wings-Präsident Mike Weiss und -Sportchef Lolo Bertschmann ein offenes Ohr.

Der Lauf der Zeit

Bertschmann, ein Urgestein im Limmattaler Eishockey und ebenfalls mit 1.-Liga-Vergangenheit in Urdorf, ist glücklich über die Situation: «Es gab in der Vergangenheit immer wieder Leute, die eine Zusammenarbeit nicht interessierte oder diese offen ablehnten. Der Lauf der Zeit zeigt, dass das der einzige Weg ist – ich bin froh, dass es endlich klappt.»

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