2. Liga inter

De FC Dietikon hat ein Vertrauensproblem

Dietiker Albtraum: Thalwils Brian Bickel (in Grün-Weiss) erzielt drei Treffer gegen Torwart Markus Würsten und Verteidiger Timo Todzi

Dietiker Albtraum: Thalwils Brian Bickel (in Grün-Weiss) erzielt drei Treffer gegen Torwart Markus Würsten und Verteidiger Timo Todzi

Ein Déjà-vu für den FC Dietikon: Sie dominierten das Spiel und verloren trotzdem. Dabei hatte es lange gut ausgesehen. Nach dem 0:4 in Thalwil droht es auf der Dornau trotz eines heissen Tanzes nun eisig zu werden.

Am Ende standen Fragen. Und zwei Gegentore. Der FC Dietikon lag in Thalwil zur Halbzeit 0:2 zurück. Dabei hatte es lange gut ausgesehen. Es schien, als ob sich endlich eine Mannschaft gefunden hätte. Zeitweise erinnerten die Limmattaler an die Hinrunde der vergangenen Saison. Boris Dabic glänzte mit Zuckerpässen aus dem Fussgelenk, die Abwehr liess kaum etwas zu.

Die unschöne Wahrehit trat ans Licht

Doch nach der 40. und der 45. Minute trat die unschöne Wahrheit ans Licht: Dabics Kunst war brotlos, weil kein Vollstrecker à la Adnan Mustafi – er muss sich erneut einer Knieoperation unterziehen – mehr da ist. Und das Lob für die Abwehr galt jedem Einzelnen, nicht aber dem Verbund. Denn dieser sah schlecht aus, als die abgezockten Thalwiler aus zwei Flankenbällen ins Strafraumzentrum Profit schlugen. Beim FCD verliess sich fatalerweise jeder auf den andern. Am Ende hiess es 0:4 aus Sicht der Limmattaler, die wie so oft die feinere Klinge führten und viel mehr Tormöglichkeiten hatten, drei davon der Marke «Hundertprozentige».

Ivelj: «Ich werde ausmisten»

Während in der Viererkette zu viel Vertrauen herrschte, ist dieses offenbar in einer anderen Kette aufgebraucht: zwischen Trainer Goran Ivelj und einem Grossteil der Spieler. «Ausser mit Naim (Haziri, Anm. d. Red.) und den Jungen von GC (Todzi und Massaro) bin ich mit keinem zufrieden», so Ex-Profi Ivelj. «Ich werde im Winter ausmisten», sagt er dann. Wie soll sich ein Team bilden, wenn man ständig die Spieler austauscht? «Wenn sie andere Aktivitäten bevorzugen und deshalb nicht zur Verfügung stehen, muss ich die Aufstellung sowieso ändern», sagt Ivelj trotzig. Von Sportchef Pietro Iellamo kann er Rückendeckung erwarten. Schliesslich spielt der FCD den verlangten schönen Fussball.

Zu schnelles VOrwärtsmachen

Doch läuft der FCD Gefahr, zu schnell vorwärtsmachen zu wollen und darüber zwei Aspekte ausser Acht zu lassen. Erstens: Der Erfolg der vergangenen Saison beruhte auf der mannschaftlichen Geschlossenheit, die auch gewichtige Ausfälle kompensierte. Zweitens: Auch in der aktuellen Spielklasse herrscht kein Profibetrieb. Zur Erinnerung hierzu: Iveljs Vorgänger Ivan Dal Santo wurde auch vorgehalten, zu stark als Professional zu denken.

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