Fussball

«Das war ein spannendes Spiel»: Ein Derby mit zwei Aufregern

Der Schlieremer Rachid Dos Santos (links), hier gegen Urdorfs Davide De Luca, lancierte immer wieder gefährliche Angriffe.

Urdorf und Schlieren trennen sich im 2.-Liga-Spiel vom Donnerstag mit einem 1:1-Unentschieden.

«Das war ein spannendes Spiel», sagte Urdorfs Trainer Gianni Musumeci kurz nach Spielschluss. Und auch das Fazit von Schlieren-Coach Besnik Ramadani war positiv: «Dafür, dass das unsere erste Partie war, bin ich zufrieden.»

Die Bilanz der beiden Trainer über das erste Limmattaler Derby der Saison widerspiegelte das, was sich in den anderthalb Stunden zuvor auf dem Fussballplatz Chlösterli in Urdorf zugetragen hatte: Eine abwechslungsreiche, hart umkämpfte Partie, in der die Schlieremer den besseren Start erwischten. Nach fünf Minuten kamen sie zum ersten Torschuss durch Davide Lopez, der von Urdorfs Torhüter Sven Gammel allerdings gehalten wurde. Die Urdorfer zeigten sich in dieser Phase etwas unkonzentriert, wenig später überlistete Verteidiger Giuliano Catalano mit einer riskanten Rückgabe beinahe seinen eigenen Torhüter. «Wir hatten defensiv ein, zwei Unsicherheiten», sagte Musumeci, «aber danach standen wir hinten gut.»

Schuss an die Latte

Die Gäste blieben allerdings druckvoller. Die beste Chance aus Schlieremer Sicht folgte nach einer Viertelstunde, als Lopez mit einem Distanzschuss nur die Latte traf. Urdorf bekundete Mühe, ins Spiel zu finden, und musste nach 25 Minuten auch noch schon ein erstes Mal wechseln: Sladjan Peric war nach einem Zweikampf mit Lopez im Rasen hängen geblieben und verletzte sich dabei so sehr, dass er nicht mehr weiterspielen konnte. Für ihn kam Patrick De Napoli. Trotz der Umstellung: Die Urdorfer kamen immer besser in die Partie.

Nach einer halben Stunde hatten sie gleich zweimal den Führungstreffer auf dem Fuss, dann wurde ein Urdorfer Eckball geblockt. Die Schlieremer reagierten auf die Urdorfer Chancenfolge direkt: Bei einem Konter kam Giuliano Procopio zum Abschluss, doch Gammel parierte.

In der zweiten Hälfte waren gerade mal drei Minuten gespielt, als es zum ersten Aufreger kam: Nach einem Angriff der Schlieremer schien Gammel den Ball zu haben, doch Amir Nemati stocherte nach und erzielte das 1:0 für Schlieren. Während die Gäste jubelten, beschwerten sich die Urdorfer, Gammel habe den Ball doch festgehalten. Vom Spielfeldrand liess sich die Szene nicht aufschlüsseln. Lange mussten sich die Urdorfer jedoch nicht über den Rückstand ärgern. Nur drei Minuten nach dem Rückstand kam Patrick De Napoli aus einer vielversprechenden Position zum Freistoss, Zivko Cajic wuchtete den Ball mit dem Kopf ins Netz – 1:1.

Nun nahmen die beiden Teams so richtig Fahrt auf. Nach einer Stunde dann der nächste Aufreger, diesmal aus Sicht der Schlieremer: Gabriel Zeyrek konnte aufs Urdorfer Tor zustürmen, als er von Gammel an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht wurde. Während die Schlieremer Fans einen Platzverweis für Gammel forderten, zeigte der Schiedsrichter dem Urdorfer Torhüter Gelb. «Es hätte Rot geben müssen», sagte Ramadani.

Felicetti scheitert

Den anschliessenden Freistoss vermochten die Schlieremer zwar nicht für eine Torchance zu nutzen, doch danach kamen sie gleich zu zwei guten Gelegenheiten: Erst durch Rachid Dos Santos, der mit einem Nachschuss scheiterte, und dann durch Procopio, der den Ball ans Aussennetz schoss.

Doch auch die Urdorfer hatten noch eine tolle Chance. Eine Viertelstunde vor Schluss wurde Alessandro Felicetti lanciert, der Stürmer dribbelte sich sehenswert durch, vergab dann aber aus aussichtsreicher Position. «Diese Chance hätte er nutzen sollen», sagte Musumeci. Für den Urdorfer Trainer war die Punkteteilung am Ende dennoch gerecht. Ramadani aber haderte mit dem Ergebnis. «Wir haben grosse Chancen vergeben», sagte er. «Für mich sind das zwei verlorene Punkte.»

Viel Zeit, um darüber nachzudenken, bleibt den Schlieremern ohnehin nicht. Bereits am Sonntag spielen sie ihre nächste Partie, diesmal zu Hause gegen Witikon. Es ist der Auftakt zu gleich zwei englischen Wochen: Nicht weniger als fünf Partien haben die Schlieremer in den nächsten 14 Tagen zu absolvieren. Die Urdorfer können es dagegen etwas ruhiger angehen. Sie tragen ihre nächste Partie erst am nächsten Donnerstag gegen Red Star II aus. Danach haben sie allerdings in zehn Tagen auch vier Spiele zu bestreiten.

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