FC Dietikon
Das Vorbild in der eigenen Familie

Adnan Mustafi vom Zweitligisten Dietikon will auf den Spuren seines Bruders wandeln. Dieser spielt heute in Bielefeld, wohin er vom FC Basel ausgeliehen wurde.

Raphael Biermayr
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Adnan Mustafi

Adnan Mustafi

Limmattaler Zeitung

Vielleicht kommt heute Besuch aus der 2.Bundesliga auf die Dietiker Dornau. Orhan Mustafi, vom FC Basel nach Bielefeld ausgeliehen, wohnt möglicherweise dem 2.-Liga-Match Dietikon-Blue Stars bei (17Uhr).

Der Grund dafür: sein Bruder Adnan, der Toptransfer der Limmattaler. Mit Ausnahme des letzten Matches in Einsiedeln (1:3) traf er in jedem Pflichtspiel der laufenden Saison: insgesamt siebenmal in der Meisterschaft und einmal im Cup. Und
das als Flügelspieler. Ist Mustafi ein verkappter Stürmer? «Eigentlich bin ich nicht der Vollstrecker, sondern der Vorbereiter», sagt er. Als einen Grund für seine beeindruckende Quote nennt er die offensive Ausrichtung des FCD. «Die Trainer animieren uns, nach vorn zu spielen. So macht es Spass», sagt der 19-Jährige. Für
das Trainerduo Goran Ivelj / Carmelo Giamboi hat er nur lobende Worte: «Sie machen einen tollen Job, indem sie uns uns immer wieder starkreden, was uns Selbstvertrauen verleiht.» Wie steht es um dieses Selbstvertrauen nach der ersten Saisonniederlage in der vergangenen Woche? «Daran denken wir gar nicht. Jetzt heisst es einfach Kopf hoch und weiter.»

Adnan Mustafi ist bereist zum dritten Mal beim FCDietikon. 2002 zog die Familie wegen des Bruders, der bei den Grasshoppers spielte,
von Ems GR in die Fahrweid. Adnan spielte kurz im Nachwuchs des FCD, bevor er über GC, den FCZ und erneut Dietikon zu YF Juventus fand. Dort schaffte er in der vergangenen Saison den Sprung in die 1.-Liga-Mannschaft. Eine Verletzung warf ihn zurück, und als Dietikons Sportchef Pietro Iellamo sich bei ihm meldete, nahm er das Angebot an. Auch deshalb, weil er in seinem letzten Lehrjahr als Bauspengler ist, «was ziemlich stressig ist und ich deshalb froh bin, so nahe von zu Hause zu trainieren und spielen».

Mit dem Vorbild in der eigenen Familie liegt Adnan Mustafis Traum auf der Hand: «Natürlich würde ich gerne Fussballprofi werden.» Wo, das ist ihm einerlei, einen Traumverein hat er nicht.

Den FCDietikon sieht er folglich als Zwischenstation auf dem neuerlichen Weg nach oben. Seiner Motivation tut dies aber keinen Abbruch. Nachdem er anfänglich kein konkretes Ziel mit dem neuen Team gehabt habe («Ich hatte keine Ahnung, was wir können»), ist er mittlerweile – ganz im Sinne des Vereins – ambitioniert: «Wir haben bewiesen, dass wir ganz vorn mitspielen können. Ich persönlich halte den Aufstieg für möglich, wenn wir so weitermachen wie bisher, uns also stets weiterentwickeln.»

Mit seinen Toren hat Mustafi wesentlich zum Höhenflug der Limmattaler beigetragen. Bezüglich der Anzahl Treffer bis zum Ende der Sai-
son will er sich nicht festlegen lassen. «15 wären okay, vielleicht liegen mehr drin.» Erst einmal will er heute zum Treffen zurückfinden.LiZ-Tipp: 3:2