Regionalsport-Oscar
Das sind die Gewinner des Regionalsport-Oscars im Limmattal

Alles hat ein Ende, auch das Sportjahr 2012. Höchste Zeit, die regionalen Heldinnen und Helden zu küren. Janine Greiner, Carmen Schäfer, Amaru Schenkel, Tanja Schärer und Shqiptar Hamdiu heissen die Gewinnerinnen und Gewinner in der Region Limmattal.

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Das sind die Gewinner des Regionalsport-Oscars im Limmattal
5 Bilder
Amaru Schenkel
Shqiptar Hamdiu (grünes Trikot)
Tanja Schärer
Janine Greiner und Carmen Schäfer

Das sind die Gewinner des Regionalsport-Oscars im Limmattal

Keystone

Leistung des Jahres: Janine Greiner und Carmen Schäfer (beide 31, Fahrweid)

29 Jahre sind genug. Nach dieser Durststrecke gewann ein Schweizer Curling-Frauenteam wieder die WM-Goldmedaille. Mittendrin waren die zwei Quasi-Schwestern aus der Fahrweid (Greiner ist links im Bild), die seit 22 Jahren zusammen auf dem Eis stehen. Fast anspruchsvoller als den Titel zu erringen, schien es, auf der Couch im «Sportpanorama»-Studio die Contenance zu wahren, Charmebolzen Beni Thurnheer lässt grüssen (zu Greiner: «Eine heisse Medaille - die darf ich nicht anfassen, hä?»). Den Kritikern in der Jury, die monierten, dass jedes Jahr WM-Medaillen vergeben würden, ist ebendieses Argument entgegengehalten worden. 29 Jahre wirken vor diesem Hintergrund nämlich noch länger.

Entertainer des Jahres: Amaru Schenkel (24, Dietikon)

Die Jury war sich nirgends so schnell einig wie hier. Der Sprinter ist wie wenig Schweizer Sportler auf allen Kanälen präsent. Kultstatus geniessen seine gesellschaftskritischen und aphoristischen Twittermeldungen wie «Fuckin bÜnzlis» oder «Mother earth is so powerful». Legendär sind auch seine Zeitungsaussagen («Amaru wie Amore»). Als Gesicht einer
Nike-Werbekampagne posierte der zweitschnellste Schweizer der Geschichte auf Plakaten. Seine Meinung über den Sponsor: «Nike ist Gott: Es sieht alles.» Sein Ruf als Unterhaltungskönig hat sich schneller verbreitet als er je zu laufen imstande sein wird. Apropos: Er war 2012 Olympiateilnehmer über 200 Meter und EM-Halbfinalist über 100 Meter.

Aufsteiger des Jahres: Tanja Schärer (23, Urdorf)

Fuss kaputt und Motivation im Keller: Die Skiakrobatin reiste mit schlechten Vorzeichen zum Weltcupspringen nach Minsk. Doch die Frohnatur schaffte eine Woche nach ihrem schwächsten Saisonresultat das beste ihrer Karriere. Erstmals auf dem Podest stehend, strahlte die Limmattalerin mit ihrer Silbermedaille um die Wette – auf Aufstieg aus dem Tal des Jammers auf den Berg der Freude also. Nicht überliefert ist, was ihre erste artikulierte Reaktion auf diesen Erfolg war; die Vermutung liegt nahe, dass die Wörter «mega» und «cool» darin vorkommen.

Kämpfer des Jahres: Shqiptar Hamdiu (21, FC Dietikon)

In der Cup-Vorrunde unbestritten, fand sich der Fussballtorhüter in der Meisterschaft der 2. Liga interregional plötzlich auf der Bank wieder. Bis zu den zwei letzten Partien der Vorrunde, nachdem sich Konkurrent Joao Ngongo verletzt hatte. Er äusserte seinen Unmut öffentlich, gelobte aber, sich professionell zu verhalten und bis zur Winterpause zu bleiben. Der frühere Badener hielt Wort, gleichwohl andere Vereine auf ihn aufmerksam wurden. Das Konzept dieser Verleihung sieht nicht explizit einen Preis für Sportsgeist vor, doch die seltene Einstellung des Torhüters darf nicht unbelohnt bleiben. (bier)