Fussball
Das Rumpfteam holt drei Punkte

Trotz Personalsorgen gewinnen die Frauen des FC Schlieren gegen Aïre-le-Lignon mit 4:2

Michel Suter
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Nathalie Straub (blaues Trikot) erzielte kurz vor Schluss den vierten Schlierener Treffer.

Nathalie Straub (blaues Trikot) erzielte kurz vor Schluss den vierten Schlierener Treffer.

Michel Suter

Die Erleichterung war spürbar bei den Schlieremerinnen nach dem Schlusspfiff. Torhüterin Sibylle Schmitter unterhielt sich mit einigen Zuschauern und lachte immer wieder. Auch Trainer Robert Tonic huschte ein Lächeln übers Gesicht. «Das war ein Sechs-Punkte-Spiel», sagte er zufrieden. «Wir sind froh, dass wir es gewonnen haben.» Mit 4:2 hatten die Limmattalerinnen Aïre-le-Lignon besiegt und damit die Serie von drei Niederlagen in Folge beendet.

Weniger zum Lachen zumute war Ramona Miotti. Die Stürmerin hatte sich einen Schuh ausgezogen und hinkte zur Seitenlinie. «Das stammt von einer Gegnerin», sagte sie und deutete auf ihren Fuss. Die zweifache Torschützin hatte einen Schlag einstecken und vorzeitig ausgewechselt werden müssen. Vor ihr war bereits Sanja Mijovic ersetzt worden, die einen Schlag gegen das Knie bekommen hatte.

Ersatztorhüterin als Feldspielerin

Für Mijovic kam die junge Laura Beständig in die Partie, die ihre Aufgabe sehr gut löste – ebenso wie Miottis Ersatzfrau Annina Eigenmann. Zumal Eigenmann schon aufgrund ihrer Stammposition keine Feldspielerin 1:1 ersetzen kann: Sie ist Ersatztorhüterin.

«Wir gehen auf dem Zahnfleisch», klagte Tonic, der auch noch die eigentlich verletzte Sandra Schürmann einwechselte. «Wir haben ja ohnehin schon ein dünnes Kader, und in den letzten Spielen sind auch noch mehrere Stammspielerinnen ausgefallen.» Das sei mitunter auch ein Grund gewesen für die drei Niederlagen gegen Zürich, Aarau und Thun.

Dass es gegen Aïre-le-Lignon nicht die nächste Pleite absetzte, haben die Schlieremerinnen auch ihrer forschen Spielweise zu verdanken. «Wir hatten uns vorgenommen, mit hohem Tempo zu agieren», verriet Tonic. «In den ersten 20 Minuten haben wir Pressing gespielt.» Es war jene Phase, in der die Schlieremerinnen erst durch das Tor von Mijovic nach elf Minuten in Führung gingen, in der darauffolgenden Minute den Ausgleich durch Katia Maanane hinnehmen mussten und dann durch Miottis ersten Treffer an diesem Abend wieder führten.

Zu diesem Zeitpunkt waren gerade mal 17 Minuten gespielt. Einige Minuten später hätten die Limmattalerinnen gar mit zwei Toren Vorsprung führen müssen, doch Kathrin Rohr traf den Pfosten. Schlieren blieb gefährlich und kam durch Miotti zu einer weiteren guten Möglichkeit, doch es blieb bei der knappen Schlieremer Führung zur Pause.

Nun wartet ein Derby

In der zweiten Halbzeit hatte nach einer Viertelstunde wiederum Rohr die Chance zum 3:1, doch sie schoss Torhüterin Tamara Crétard an. Es dauerte weitere zehn Minuten, bis das aus Schlieremer Sicht erlösende 3:1 endlich fiel: Miotti traf mit einem herrlichen Schuss über Crétard und sorgte für die Vorentscheidung in dieser Partie.

Danach hätten die Schlieremerinnen das Skore erhöhen können, ja sogar müssen. Erst vergab Katharina Wistel aus spitzem Winkel, dann scheiterte Nathalie Straub gleich zweimal hintereinander an Crétard. Zwei Minuten vor Schluss sorgte Straub dann doch noch für ihr Tor an diesem Abend und erhöhte auf 4:1, der zweite Treffer für die Gäste durch Mirela Jakupi in der Nachspielzeit war lediglich Resultatskosmetik.

Mit ihrem verdienten Sieg haben die Schlieremerinnen ihre Niederlagenserie zwar gestoppt. Da St. Gallen aber ebenfalls gewonnen hat – gegen Kloten -, bleiben die Limmattalerinnen auf ihrem fünften Platz sitzen. «St. Gallen interessiert mich nicht», sagte Tonic. «Die Aufholjagd nach oben haben wir mit unseren Niederlagen ohnehin verpasst. Jetzt geht es darum, möglichst nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.»

Dafür können die Schlieremerinnen in zwei Wochen sorgen, wenn sie Kloten empfangen. Tonic erwartet eine spannende Partie: «Das ist ein Derby. Wir sind zwar schon länger in der Nationalliga B, aber bei solchen Spielen entscheidet die Tagesform. Ich nehme an, dass Kloten kämpfen wird.»