Vormittag auf den Dietiker Fussballfeldern Dornau: Philippe Gaudry und Andy Hauenstein haben soeben die Naturrasenplätze gemäht. «Die mähen wir zwei- bis dreimal pro Woche», sagt Hauenstein. Zwei Stunden benötigen die beiden pro Platz. «Das Mähen der Plätze bereitet am meisten Arbeit», meint Hauenstein.

Hauenstein ist seit 15 Jahren Platzwart beim FC Dietikon, sein Kollege seit rund 4 Jahren. Jetzt im Sommer sind die beiden fast täglich auf der Dornau anzutreffen. Dabei kümmern sie sich jeden Tag um einen anderen Platz. Am wenigsten zu tun geben der Sand- und der Kunstrasenplatz. «Die müssen wir nur abziehen», sagt Gaudry. Doch bei allen Plätzen ist das Ziel der Platzwarte dasselbe: dass die Mannschaften darauf trainieren und spielen können. Besonders wichtig sind die Naturrasenplätze und bei diesen im Speziellen der Platz 1, das Hauptspielfeld, auf dem die erste Mannschaft spielt.

Der Trick für gerade Linien

Damit die Plätze spielbereit sind, können sich Hauenstein und Gaudry nicht mit dem Mähen des Rasens begnügen. «Wir stopfen auch die Löcher, die im Rasen entstanden sind, und bessern die Tornetze aus», sagt Hauenstein. Zudem ziehen sie die Linien des Spielfeldes nach. Das machen sie mithilfe einer Schnur. «Wir spannen die Schnur von einer Seite auf die andere», erklärt Gaudry. «Dann ziehen wir die Linie entlang dieser Schnur nach, damit sie schön gerade wird.» Eine Arbeit, die genau ausgeführt werden muss, sonst wird die Linie schräg, was den Zuschauern am Spielfeldrand kaum auffällt, Gaudry und Hauenstein aber schon. «Wir haben bei Auswärtsspielen auch schon krumme Linien gesehen», sagt Gaudry und lacht. «Dann ist man stolz auf seine eigenen Plätze.»

Doch auch Gaudry und Hauenstein sind schon Missgeschicke passiert, wie sie zugeben. Sie haben mal bei der Eckfahne vergessen, den dazugehörigen Kreis zu ziehen. «Am Freitagabend hat man uns angerufen und gesagt, der Kreis fehle», sagt Hauenstein und lacht. «Dann haben wir das am Samstag noch nachgezeichnet.» Manchmal macht den Platzwarten aber auch die Natur einen Strich durch die Rechnung.

Als die Limmat Hochwasser führte und über die Ufer trat, entdeckten die Enten den Hauptplatz für sich und machten es sich dort gemütlich. «Dann muss man halt auf einen anderen Platz ausweichen», sagt Hauenstein, «oder im Notfall wird eine Partie verschoben.» Doch selbst wenn kein Spiel angesetzt ist, kann das Wetter den Fussballern in die Quere kommen. «Wenn es viel geregnet hat», sagt Gaudry, «sind zwei Teams auf Platz 1 zu viel. Dann darf dort höchstens eine Mannschaft spielen.» Das müsse dann auch der Trainer akzeptieren.

Zudem achten die Platzwarte darauf, dass die Spieler beim Training nicht nur einen Teil des Platzes beanspruchen. «Wir weisen die Spieler auch darauf hin, dass sie auf der anderen Seite trainieren sollen», sagt Hauenstein. Dass der Rasen beansprucht worden sei, das merke man schon nach einer Trainingseinheit. Auch darum dürfen sich die Mannschaften vor einem Meisterschaftsspiel nur auf dem Neben- und nicht auf dem Hauptplatz einlaufen.

Gaudry und Hauenstein sind aber nicht nur für die Plätze zuständig. Sie wechseln die Banden, warten die Maschinen, mit denen sie arbeiten, kontrollieren die Garderoben und prüfen die Elektrik. «Unsere Aufgaben sind identisch mit denjenigen eines Hauswarts», sagt Hauenstein. Und das alles ehrenamtlich. Woher nehmen sie die Motivation? «Wir sind einfach gerne draussen», sagt Gaudry. Und der pensionierte Hauenstein ergänzt: «Da ich im Ruhestand bin, ist es für mich wichtig, aktiv zu bleiben. Platzwart zu sein, ist wie ein Ausgleich.» Ein zeitintensiver Ausgleich. «Man hat mir auch schon gesagt, ich hätte weniger Zeit als vorher, als ich noch berufstätig war», sagt Hauenstein und lacht.

Und selbst wenn die beiden nicht auf oder neben einem Fussballplatz stehen – ganz lässt sie ihre Tätigkeit nie los. «Wenn ich am Fernsehen ein Spiel sehe», verrät Hauenstein, «schaue ich auch, wie der Platz aussieht.» Und welcher Platz in der Schweiz gefällt ihm am besten? Hauenstein zögert keine Sekunde mit seiner Antwort: «Der Letzigrund.»