Michael Hunziker steht auf einer Sitzbank in der Halle Unterrohr in Schlieren und schaut seinen Spielern zu. Diese rennen im Trainingsspiel von einer Ecke in die andere. Ab und zu lachen sie über verpasste Chancen, die Stimmung ist locker. Auch Hunziker wirkt entspannt, obwohl er nicht mit der kompletten Mannschaft trainieren kann. Ein halbes Dutzend Spieler fehlt.

Am Ende der vergangenen Saison war noch ungewiss, ob er als Trainer bleiben würde. Doch in der Sommerpause hat sich Hunziker entschieden, Unihockey Limmattal weiterhin zu trainieren. Dabei hatte er eigentlich seine Karriere als Spieler in der ersten Mannschaft fortsetzen wollen. «Es war mein Wunsch gewesen, einmal in der 1. Liga zu spielen», sagt Hunziker. «Also bin ich mit der ersten Mannschaft ins Training gestartet.» Doch er habe sich eingestehen müssen, dass es wohl nicht für einen Stammplatz gereicht hätte. «Ich habe gewusst, dass ich um meinen Platz in der Mannschaft hätte kämpfen müssen», so Hunziker. «Und da das Team keinen Trainer gefunden hatte, entschloss ich mich, wieder zurück auf den Trainerposten zu wechseln.»

Spieler habe die erste Mannschaft ohnehin genug, sagt Hunziker, der als Spieler für Unihockey Limmattal in der 4. Liga aktiv bleibt. So haben sich die Limmattaler in der Sommerpause unter anderem mit Valentin Ladner verstärkt, der vom Nationalliga-A-Ligisten GC gekommen ist und dessen Bruder schon für Unihockey Limmattal spielt. Für Hunziker ein wertvoller Transfer. «Valentin kann jüngeren Spielern auch Tipps geben», sagt er.

Genau das tut Ladner bereits. «Ich habe dem einen oder anderen Spieler ein paar Ratschläge gegeben, vor allem im taktischen Bereich», sagt er. Ladner kennt Unihockey Limmattal bestens. «Ich habe schon vorher einige Spieler gekannt», so der Verteidiger. «Vergangene Saison habe ich ein paar Spiele des Vereins mitverfolgt.» Doch warum hat Ladner aus der Nationalliga A in die 1. Liga gewechselt? «Bei GC war der Aufwand sehr gross», sagt Ladner, den es nicht stört, dass er jetzt zwei Ligen tiefer spielt. «In der 1. Liga trainiert man weniger, was mir ermöglicht, in jedem Training noch mehr zu geben», sagt der Schweizermeister von 2016..

Das Kader der Limmattaler ist also tendenziell eher stärker als in der vergangenen Saison. Hunzikers Problem ist allerdings, dass er während der Vorbereitung kaum alle Spieler zur Verfügung gehabt hat. «Die Absenzen sind zwar gut begründet», sagt er, «aber es ist trotzdem mühsam, dass wir bisher nie in Vollbesetzung trainieren konnten.»

Keine optimale Vorbereitung

Ein Handicap, das sich auch in der Vorbereitung ausgewirkt hat: So haben die Limmattaler zwar gegen Pfannenstiel eine Partie mit 6:1 gewonnen, doch für Hunziker hätte das Ergebnis auch auf die andere Seite kippen können. Dem gegenüber stehen drei Niederlagen: in der zweiten Partie gegen Pfannenstiel, gegen Baden und gegen den Nationalliga-B-Ligisten Thurgau. «Gegen Thurgau waren wir nahe dran», hadert Hunziker.

Gegen einen anderen Club aus der Nationalliga B hatten die Limmattaler hingegen keine Chance: Ad Astra Sarnen besiegte Hunzikers Team gleich mit 10:3. «So etwas darf nicht passieren», ärgert sich der Trainer. «Klar spielt Sarnen eine Liga höher, aber in dem Spiel wäre mehr für uns drin gelegen.»

Schwieriger Start erwartet

Zu Beginn der neuen Spielzeit, die für die Limmattaler am Wochenende mit der Partie gegen Zürisee Unihockey startet, erwartet Hunziker einige Probleme. «Wir müssen uns zuerst finden», meint er. «Diese Phase hätte ich eigentlich gerne schon vor einem Monat abgeschlossen.» Nun müsse man dies in der Saison nachholen.

Dennoch bleiben die Ziele der Limmattaler unverändert. Sie wollen die Playoffs erreichen. In der vergangenen Saison haben sie sich bis in den Playoffhalbfinal vorgespielt. «Den würde ich gerne wieder erreichen», meint Hunziker. «Am liebsten würde ich natürlich noch weiter kommen als in der letzten Spielzeit.» Und dann um den Aufstieg in die Nationalliga B spielen? «Die Nationalliga B ist kein Ziel von uns», sagt Hunziker bestimmt. «Aber wir müssen erst mal abwarten, wie weit wir kommen.»

Zunächst geht es einmal darum, gegen Zürisee Unihockey gut zu spielen. «Diese Mannschaft kenne ich nicht», gibt Hunziker zu. «Aber wir wollen auf jeden Fall punkten.»