Unihockey

Das Limmattal als Sprungbrett für eine NLA-Karriere

Rico Polo sagt, er weiss, wie er Limmattal in die 1. Liga führen kann.

Rico Polo sagt, er weiss, wie er Limmattal in die 1. Liga führen kann.

Rico Polo trainiert neu Unihockey Limmattal. Seine Mission: Die Mannschaft bis in zwei Jahren in die 1. Liga zu führen. Das soll der nächste Schritt sein auf Polos Weg zum Trainer in der höchsten Schweizer Liga.

Ist Rico Polo ein Abenteurer, wie es einst sein Namensvetter Marco war? Dessen angebliche Reise nach China mutet zwar deutlich spektakulärer an als Rico Polos Engagement bei Unihockey Limmattal (UHL). Beide verbindet aber das Betreten von Neuland. Der 32-Jährige kommt mit einem hochklassigen Hintergrund zum Limmattaler Zweitligisten.

Als Sportadministrator bei den Grasshoppers hat er es unter anderem mit ausländischen Profis zu tun, die er betreut: «Ich helfe ihnen, sich in der Schweiz zurechtzufinden», erklärt Polo, der mit dieser Tätigkeit einen Teil seines Auskommens bestreitet. Dem Unihockey ordnet der Altstetter vieles unter. «Von September bis April sind meine Wochenenden ausgebucht», sagt er, der auch Schiedsrichter ist.

Seine Zuneigung geht so weit, dass er einmal seinen Wohnsitz wegen des Sports verlegte: Mit 24 Jahren zog er aus der Stadt Zürich nach Nürensdorf, wo der Center im 1.-Liga-Team spielte und diverse Mannschaften trainierte. Sein Ziel ist es, dereinst sein Geld als Trainer zu verdienen. In gewisser Hinsicht ein abenteuerliches Unterfangen in der Schweiz: Das ist nur in der NLA möglich.

Abstieg mit Ex-Team

UHL ist seine zweite Station als Verantwortlicher für ein Grossfeld-Männerteam. In der vergangenen Saison wirkte er bei Bassersdorf-Nürensdorf, mit dem er aus der 1. Liga abstieg. «Das war keine Überraschung, wir hatten einen Neuanfang eingeleitet», erklärt Polo.

Sein Ex-Team ist nicht in dieselbe Gruppe eingeteilt wie sein neues. «Andernfalls hätte ich das Angebot von Limmattal nicht angenommen. Das wäre zu emotional gewesen», führt er offen aus. Mit seinem neuen Team verfolgt er das offizielle Ziel des Vereins: Bis in zwei Jahren wollen wir in der ersten Liga spielen. Ich weiss, was es dafür braucht», ist er überzeugt.

Das sei in erster Linie ein breiterer Kader. «Ich vertraue auf die Kontakte von Jasi (Sportchefin Jasmin Wani, Anm. d. Red.), schliesslich hat sich auch mich überzeugen können», sagt Polo. Er sei guter Dinge, dass man Spieler nach Urdorf lotsen könne, die in höheren Ligen oder Leistungs-Junioren-Teams den Cut nicht schafften. «Notfalls würde ich so lange herumtelefonieren, bis wir genug Leute haben», gibt der Trainer lachend an.

Ruhe auf dem Trainerposten

Sein Lachen wirkt noch nach dem Gespräch nach. In Kombination mit der hellen Stimme und den Pausbacken macht Polo einen knuffigen Eindruck. Wie verschafft er sich die nötige Autorität? «Indem ich den Spielern Respekt entgegenbringe, sie als Erwachsene betrachte. Sie wissen bei mir immer, woran sie sind.» Mit seiner Vorliebe für Einzelgespräche kontrastiert er am stärksten mit Vorgänger Lukas Kunz. Nach dessen lautem Abgang hofft der Verein auf Ruhe auf dem Trainerposten. In den bislang fünf Saisons nach der Fusion der Limmat Sharks und Urdorf standen vier verschiedene Headcoaches an der Bande.

Polos Engagement bei den Limmattalern fusst auch auf einer anderen Personalie: Beat Schneckenburger kehrt zurück zum Verein. Der Oetwiler arbeitete hinsichtlich des Zusammenschlusses die Strukturen für einen leistungsorientierten Betrieb aus. Er wurde kurze Zeit nach der Fusion von NLB-Klub Langenthal Aarwangen abgeworben. «Beat und ich verstehen uns sehr gut», sagt Polo. Wen wunderts: Beide sind Abenteurer in Sachen Unihockey.

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