Eishockey
Darum ist der EHC Urdorf plötzlich so stark

Dynamiken in Mannschaftssportarten sind kaum vorauszusehen. In der Regel offenbaren sie sich erst in der Aufarbeitung. Meistens müssen sie herhalten, um Negatives zu erklären. Nicht so im Fall des EHC Urdorf.

Raphael Biermayr
Merken
Drucken
Teilen
Impressionen vom 2.-Liga-Eishockeymatch Urdorf - Verzascatal
6 Bilder
Pablo De Gottardi stellt die Urdorfer (Tobias Landis) vor Probleme.
Yves Brasser prügelt auf Maico Gianettoni ein, nachdem dieser Goalie Florian Wassmer gefoult hat
Terence Roth mit einer Art Airwalk.
Der niedergestreckte Luca Prat droht den Urdorfern.
Thomas Wigger (hinten) ist einer der auffälligsten Urdorfer.

Impressionen vom 2.-Liga-Eishockeymatch Urdorf - Verzascatal

Manuel Geisser

Mit Beginn der Abstiegsspiele erleben die Zuschauer eine völlig neue Ausgabe des zuvor oft so lethargischen Teams. Biss, Speed und Zug zum Tor sind die hervorragenden Eigenschaften, die den Limmattalern aus den ersten beiden Auftritten das Punktemaximum bescherten: zunächst beim 3:1 gegen Rapperswil-Jona, zuletzt beim 7:5 gegen Verzascatal.

Thomas Wigger gehört schon über zehn Jahre zum Team. Seine Erklärung für die Verwandlung der Urdorfer: «Wir sind eine Chaostruppe», beginnt er eine Ausführung über Tagesform und Zufall. Die Quintessenz liegt auf der Hand: «Wir brauchen einfach das Messer am Hals. Erst, wenn es wirklich um alles geht, können wir unser Bestes abrufen.»

Einer, der weit länger mit Eishockey zu tun hat als Wigger, ist Thomas Heldner. Der Ex-Nationalspieler und aktuelle Co-Trainer von Dani Hüni in Urdorf verfügt auch über Abstiegsspiel-Erfahrung: Im Frühjahr 2003 beendete er seine Profikarriere mit einer gewonnen Playoutserie mit Langnau gegen Genf.

Seine Erfahrungs-getränkte Antwort auf die Frage nach den rätselhaften Dynamiken: «Wenn die Mannschaft an einem Strang zieht und über eine Achse von Leaderfiguren verfügt, kehrt eine positive Haltung ein.»