Klettern

Dank Abwechslung ohne Druck neue Höhen erklimmen

Will hoch hinaus: Die Urdorfer Kletterhoffnung Rebekka Stotz

Will hoch hinaus: Die Urdorfer Kletterhoffnung Rebekka Stotz

Rebekka Stotz startet dieses Wochenende in Grindelwald in die Klettersaison. Dabei stösst die Urdorferin auf dem Weg nach oben immer wieder auf Widrigkeiten.

Gross musste die Enttäuschung gewesen sein. Die Sportkletterin Rebekka Stotz musste an der Boulder-Europameisterschaft im letzten Jahr wegen eines Zehenbruchs Forfait erklären. Zuvor verpasste die Urdorferin aufgrund von Polyarthritis-Schüben, an denen sie seit ihrer Kindheit leidet, bereits einige wichtige Wettkämpfe. Hinzu kommt, dass sie auf nationaler Ebene einfach nicht auf Touren kam und sie international das Wettkampfpech verfolgte. In dieser Saison soll es nun anders laufen. «Momentan geht es mir gesundheitlich sehr gut. Ich verspüre keine Schmerzen», freut sich die 21-Jährige. Dieses Wochenende greift die angehende Physiotherapeutin am Weltcup in Grindelwald im Boulder, eine ihrer Paradedisziplinen, ins Wettkampfgeschehen ein. Den Saisonauftakt Ende April in Fribourg verpasste sie noch aus beruflichen Gründen: «Wir waren mit der Schule für eine Themenwoche in Wien. Da ich dort unbedingt anwesend sein musste, habe ich den ersten Wettkampf gestrichen.»

Schwierige Bedingungen

Den Spagat zwischen Spitzensport und Ausbildung stellt die zierliche Athletin nicht nur in der Wettkampfplanung vor Probleme. Da die 21-Jährige ihre Ausbildung in Landquart absolviert und die hiesigen Trainingsbedingungen nicht optimal sind, reist sie über das verlängerte Wochenende für das Training jeweils nach Hause. Dass nach einem Zwischenjahr nicht nur Kletterrouten, sondern parallel auch die Ausbildung gemeistert werden muss, sieht die Limmattalerin gelassen: «Es ist abwechslungsreich und macht mir Spass. Ich glaube, dass es mir gut tut und so auch der Druck abnimmt. Die Ausbildung nimmt viel Zeit in Anspruch, aber wenn ich etwas mache, dann richtig.»

Einen Schritt nach vorne

In Grindelwald wird die Kaderathletin wieder mit von der Partie sein. Der erste Wettkampf seit der Winterpause soll ihr in erster Linie eine Standortbestimmung liefern. «Ich habe noch keine Ahnung, wo ich stehe. Rangmässig ist das Abschneiden schwierig abzuschätzen», sagt Stotz. Gut vorbereitet sei sie, betont die Wahl-Bündnerin. Während sie zu Beginn dieser Saison auf die Disziplin Boulder setzt, wird sie anfangs Juni zum Lead wechseln. In beiden Disziplinen gehört Stotz zu den Besten. Im Boulder ist sie die Nummer 25 der Welt und im Lead wird die Athletin als 22. der Weltbestenliste geführt. «Das Lead-Klettern nimmt mehr Zeit in Anspruch. Man muss viele Meter machen, damit die Ausdauerfähigkeit besser wird.»

WM als Saisonhighlight

Im Juni schreibt Stotz ihre letzten Prüfungen, danach hat sie im Zwischensemester acht Wochen Zeit, um sich voll und ganz auf den Klettersport zu fokussieren. Im September findet dann das grosse Saisonhighlight statt: die WM im Boulder- und Lead-Klettern. «Das ist sicherlich mein Hauptziel, aber vorher sind viele Weltcup-Wettkämpfe, an denen ich gute Resultate erzielen will. Ich möchte in dieser Saison einen Schritt nach vorne machen und mich vor allem auf das Lead-Klettern konzentrieren», so Stotz.

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