Curling

Alina und Claudio Pätz gehen auf Titeljagd

Alina Pätz hier an den Olympischen Spielen 2014) will die Schweiz dereinst mit der von ihr geführten Equipe von Baden vertreten

Alina Pätz hier an den Olympischen Spielen 2014) will die Schweiz dereinst mit der von ihr geführten Equipe von Baden vertreten

Die Urdorfer Spitzencurler Claudio und Alina Pätz spielen mit ihren Teams an der Finalrunde der Schweizermeisterschaft. Die beiden Geschwister können sich dabei unterschiedliche Chancen ausrechnen.

Im Schweizer Spitzencurling hat sich ein Graben aufgetan. Die jeweils besten zwei Männer- und Frauenteams wurden von der SM-Qualifikation im Rahmen der traditionellen Swiss League entbunden. Statt sich mit nationaler Konkurrenz messen zu müssen, konnten sie gut besetzte World-Tour-Turniere in Übersee (Kanada) bestreiten. An diesen Events sammelten sie automatisch auch Punkte für das nationale Ranking. So konnten sie sich noch weiter von der darbenden Konkurrenz absetzen. Die Zweiklassengesellschaft ist nun bei beiden Geschlechtern eine Tatsache.

Die auf diese Weise bevorzugten Teams sind zur Hauptsache auch jene, die in den letzten Monaten für die Schweiz Medaillen an grossen Titelkämpfen errungen haben. Bei den Männern sind es Adelboden (Skip Sven Michel; Europameister 2013, EM-Dritter 2014) und Genf (Peter De Cruz; WM-Dritter 2014, mit dem Urdorfer Claudio Pätz). Bei den Frauen sind es Aarau (Silvana Tirinzoni) und besonders Flims (Binia Feltscher; Welt- und Europameisterinnen 2014).

Zwei Teams können Favoriten fordern

Es wäre keine Überraschung, wenn sich diese vier Teams in den jeweiligen Finals in Schaffhausen gegenüberstehen würden. Bei den Frauen ist das Sechserfeld hinter der Spitze ausgeglichener. Sowohl das neu zusammengesetzte und von der zurückgetretenen Topcurlerin Mirjam Ott trainierte Team von Baden Regio (mit Skip Alina Pätz aus Urdorf) als auch die ein wenig stagnierende Crew des CC Bern (Michèle Jäggi) weisen ein Niveau auf, mit dem sie auch auf nationaler und sogar internationaler Ebene bestehen können.

Beide sind auch fähig, die Teams von Tirinzoni und Feltscher aufs Äusserste zu fordern. Die Equipe von Uitikon-Waldegg mit Urgestein Fabienne Fürbringer und Skip Nora Baumann hat in der Qualifikation als Dritter überzeugt.

Das WM-Ticket steht auf dem Spiel

Das neue oder alte Siegerteam wird die Schweiz Mitte März an der WM in Sapporo vertreten. Um ihren WM-Titel in Japan verteidigen zu können, muss Binia Feltscher also erneut den Schweizer Meistertitel holen. Zieht man die Statistik zu Rate, sind die Aussichten der jungen Formationen von Pätz und Jäggi nicht gerade rosig.

Seit Dezember 2004 qualifizierten sich nur drei verschiedene Skips für die internationalen Titelkämpfe (WM, EM: Mirjam Ott (14-mal), Binia Feltscher (4-mal) und Silvana Tirinzoni (3-mal). Bei den Männern steht eine der beliebten WM-Teilnahmen in Kanada (ab 28. März in Halifax) auf dem Spiel. Nach der Papierform müssten sich die Teams von Sven Michel und von Peter De Cruz im Final gegenüberstehen. Beide haben ihre Tauglichkeit auf Topniveau bewiesen.

Bei den Frauen wie bei den Männern kommen die besten drei der sechs Teams nach einer doppelten Round Robin weiter. Von dort weg wird nach dem sogenannten Page-System gespielt. Demnach spielen zuerst der Erste gegen den Zweiten der Vorrunde. Der Sieger kommt direkt in den Final, der Verlierer erhält im Spiel gegen den Dritten eine weitere Chance.

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