Fussball
Claudio Parati hat zwei grosse Leidenschaften

Nach vier Jahren kehrt Claudio Parati zum 3.-Ligisten FC Urdorf zurück. Davor hat er sich nur aufs Tennisspielen beschränkt, jetzt will er wieder auf dem Rasen brillieren.

Fabio Baranzini
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Claudio Parati hat lange zwischen Racket und Ball gependelt.

Claudio Parati hat lange zwischen Racket und Ball gependelt.

Fabio Baranzini

Dass Claudio Parati, Innenverteidiger des FC Urdorf, den Tennisclub Dietikon als Treffpunkt für das Gespräch vorschlägt, mag seltsam anmuten. Allerdings nur auf den ersten Blick. Denn zu Claudio Parati gehört die rote Asche der Tenniscourts genauso wie auch der grüne Rasen der Fussballplätze. Seit seiner Jugend spielt er Tennis und Fussball. Welche der beiden Sportarten es ihm mehr angetan hat, kann er nicht sagen. «Es sind zwei völlig verschiedene Welten, aber beide haben ihren Reiz.»

Sportlich doppelt aktiv

Und deshalb hat er auch beide Sportarten so lange es ging parallel betrieben. Dienstags und donnerstags kickte er beim FC Urdorf, mittwochs schlug er die Filzbälle im TC Weihermatt übers Netz. Mit 19 schaffte er den Sprung in die erste Mannschaft des FC Urdorf und feierte mit den «Stieren» zwei Mal den Aufstieg in die 2. Liga.

Daneben spielte er mit dem TC Weihermatt in der 1. Liga Interclub. «Ich habe die beiden Wettkämpfe immer aneinander vorbeigebracht – auch wenn ich teilweise ein Fussballspiel und eine Interclubrunde am selben Tag bestreiten musste», erzählt Parati mit einem Schmunzeln.

Studium funkte dazwischen

Doch vor vier Jahren musste der 28-Jährige kürzertreten. Er begann berufsbegleitend ein Bachelor-Studium in Betriebsökonomie. Und das fand jeweils am Dienstag- und Donnerstagabend statt. Da fiel der Entscheid nicht schwer, welche Sportart Parati aufgeben musste: den Fussball. «Ich hätte kein Training mehr besuchen können und das hätte keinen Sinn gemacht», erklärt Parati.

Und so war der Limmattaler in den letzten vier Jahren primär auf dem Tennisplatz anzutreffen. Seit zwei Jahren läuft der R3-Spieler im Interclub für den TC Dietikon auf, da seine Mannschaft im TC Weihermatt zu den Jungsenioren gewechselt hat.

Mit seinen ehemaligen Teamkollegen vom FC Urdorf hielt Parati auch während seiner Abwesenheit weiterhin Kontakt. Die Matches besuchte er jedoch nur selten. Die Zeit fehlte. Doch wenn wirklich Not am Mann war, stand Parati bereit.

Positionswechsel

Ein paar Mal hat er in der zweiten Mannschaft ausgeholfen und im letzten Jahr kam der Stürmer, der später zum Innenverteidiger umfunktioniert wurde, gar zu einem Einsatz in der ersten Mannschaft – als Torhüter. «Das war schon etwas speziell, aber ein paar Jahre zuvor war ich in einem Trainingslager und in zwei Freundschaftsspielen schon mal im Tor gestanden und das hatte nicht schlecht geklappt. Also sagte ich zu», erinnert sich Parati, der in jenem Spiel fünf Gegentore kassierte.

Stammplatz im Visier

In der Zwischenzeit hat Claudio Parati sein Studium abgeschlossen und will nun auch beim FC Urdorf wieder mitmischen. Vor sechs Wochen ist er bei den «Stieren» ins Training eingestiegen. «Mich hats sofort wieder gepackt. Ich kenne zwar nicht mehr allzu viele Spieler, da es in er Mannschaft einen ziemlich Umbruch gegeben hat, aber es macht noch immer viel Spass», sagt Parati.

Früher Ausfall

Doch bereits im ersten Freundschaftsspiel fing sich der Rückkehrer eine Oberschenkzerrung ein. Drei Wochen Pause war die Konsequenz. Entsprechend fehlt er wohl beim Saisonauftakt am Sonntag gegen United Zürich II. Doch Parati, der mit seinem Team einen Rang im oberen Mittelfeld anstrebt, will sich sobald wie möglich einen Stammplatz erkämpfen. «Ich bin ein Wettkampftyp. Wenn ich nicht den Anspruch hätte, so schnell wie möglich Stammspieler zu werden, müsste ich mich hinterfragen», sagt Parati.

Am nötigen Ehrgeiz fehlt es dem gebürtigen Urdorfer nicht. Weder auf dem Fussballplatz, noch auf dem Tenniscourt. So kann sich Claudio Parati auch fast zwei Monate nach dem Ende der Interclubsaison noch über den verpassten Aufstieg in die Nationalliga C ärgern.