Curling

Claudio Pätz nach dem überraschenden EM-Titel: «Beine hochlagern ist nicht»

Ziel nicht erreicht, sondern übertroffen: Claudio Pätz (Mitte) feiert den grössten Titel seiner Karriere. Keystone

Ziel nicht erreicht, sondern übertroffen: Claudio Pätz (Mitte) feiert den grössten Titel seiner Karriere. Keystone

Nach dem EM-Sieg reist der Urdorfer Claudio Pätz mit seinem Team für zwei Wochen nach Kanada ins Trainingslager. Nach der Europameisterschaft gilt der Fokus nun den Olympischen Winterspielen von Sotschi im kommenden Februar.

Claudio Pätz, beim dritten EM-Anlauf hat es nun zum Sieg gereicht. Ein Erfolg mit Ankündigung?

Claudio Pätz: Wir haben uns im Vorfeld eine Medaille zum Ziel gesetzt. Nach einer schwachen letzten EM wollten wir diesmal eine Reaktion zeigen. Damals waren wir vielleicht ein wenig zu verbissen und reisten übertrainiert ans Turnier. Daraus haben wir die Lehren gezogen und uns ausgeglichener vorbereitet.

Im Final hat man sogar den Titelfavoriten und Gastgeber Norwegen geschlagen. Was machte letztlich den Unterschied aus?

Vor allem die mentale Stärke. Nach einem harzigen Start ins Turnier konnten wir uns kontinuierlich steigern. Von Spiel zu Spiel hatten wir ein besseres Gefühl und wussten, dass wir in dieser Verfassung jeden Gegner schlagen können.

Wie würden Sie Ihre Rolle in der Nationalmannschaft beschreiben?

Auf dem Eis bin ich ein ruhiger Typ und versuche diese Gelassenheit aufs Team zu übertragen. Da unser Skip Sven Michel eher ein emotionaler Spieler ist, denke ich, dass ich ihn mit meiner Art in entscheidenden Situationen ein wenig beruhigen konnte (lacht). Innerhalb der Mannschaft spielen also nicht nur die spielerischen, sondern vor allem auch die menschlichen Fähigkeiten eine tragende Rolle.

Mit dem EM-Titel haben Sie Ihren bisher grössten Erfolg eingefahren. Entsprechend sind auch die Erwartungen gestiegen. Ein zusätzlicher Druck?

Im Gegenteil. Solche Erfolge sind für den Curling-Sport, der in der breiten Öffentlichkeit oft nur ein Schattendasein fristet, enorm wichtig. Insofern lassen wir uns vom gestiegenen Interesse positiv beeinflussen.

Heute reisen Sie für zwei Wochen ins Trainingslager nach Kanada. Inwiefern sind die Olympischen Winterspiele von Sotschi schon im Hinterkopf?

Es dauert noch zwei Monate. Auch wenn diese Tage wie im Flug vergehen werden, fühlt sich Sotschi noch weit weg an. Trotzdem, Beine hochlagern ist nicht. Wir müssen nun genau da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Ausserdem tut uns ein gewisser Abstand nach dem Sieg sicher gut.

Wie sieht der Fahrplan bis Sotschi aus?

Im Januar nehmen wir noch an zwei Vorbereitungsturnieren in Schottland und Deutschland teil. Diese Wettkämpfe sind dann so etwas wie die Generalprobe für Russland. In Sotschi peilen wir einen Platz unter den Top 5 an. Mit China und Kanada wird die Konkurrenz aber nochmals grösser.

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