Eishockey

Claudio Cadonau - ein Champions-League-Sieger im Schoren

Claudio Cadonau fühlt sich sehr wohl beim SC Langenthal.  ms

Claudio Cadonau fühlt sich sehr wohl beim SC Langenthal. ms

Claudio Cadonau, Verteidiger beim SC Langenthal, hat etwas erreicht, was weltweit nur wenige seiner Zunft geschafft haben. Eine Glanztat im Schweizer Sport, welche der 23-Jährige mit bekannten Leuten wie Matthias Seger oder Domenic Pittis teilt.

Cadonau ist einer der Spieler, die mit den ZSC Lions 2008/09 die Champions Hockey League gewonnen haben. Bei sechs der acht triumphalen Auftritte der Lions gegen Linkoeping, Slavia Prag, Espoo Blues und Finalgegner Metallurg Magnitogorsk war der Limattaler mit von der Partie. «Das war eine tolle Erfahrung.» Speziell ist dieser Triumph, weil es das bislang erste und einzige Mal war, dass die Champions Hockey League in die-ser Form ausgetragen wurde. Alle Pläne und Bestrebungen seitens des Weltverbandes IIHF, die CHL wieder zu beleben, blieben seither – vorab wegen fehlender Sponsoren – erfolglos.

Viel Eis- und Absenzzeit

Vor dem letztjährigen, kurzen Playoff-Auftritt des SCL kam Cadonau vom HC Thurgau via Biel (bei den Seeländern kam er nie zum Einsatz) nach Langenthal. «Ich habe mich vom ersten Moment an sehr wohl gefühlt beim SCL», sagt der Schweizer Meister 2008. So musste der einstige Abc-Schütze des EHC Urdorf nicht lange überlegen, als es darum ging, den Vertrag auf diese Saison hin
zu verlängern. Mit SCL-Legende Nöel Guyaz (39) bildet Cadonau zurzeit ein tragendes Back-Paar bei den Oberaargauern. «Es ist cool, mit ihm zu spielen. Wir reden viel zusammen.» Er könne vom fast 700-fachen NLA-Spieler (ZSC Lions, Ambri, Chur, Lugano, Lakers) natürlich «sehr viel lernen. Wir harmonieren gut.»

An der Seite des kreativen Routiniers Guyaz kommt der schussstarke Wirtschaftsrechtstudent in allen Spielsituationen zu viel Eiszeit. Auf fast so viel, wie er an der Schule wegen Training und Spielen auf Absenzzeit kommt. «Ich versuche, den Stoff selber nachzuarbeiten.» Als «Aushilfslehrerin» amtet bisweilen seine Freundin, die ebenfalls Wirtschaftsrecht, auch an der FH Winterthur, studiert. Nun, Liebe ist..., wenn beide nicht nur Wirtschaft studie-ren, sondern beide auch in der NLB Hockey spielen. Cadonaus Freun-
din spielt für Zug in der NLB Unihockey.

Teil der Bündner Fraktion

Der physisch starke Verteidiger, aufgewachsen in Unterengstringen, ist der Sohn eines Bündner Garagisten und einer Aargauerin. In einem NLB-Spitzenteam, wie es der
SC Langenthal zurzeit ist und beabsichtigt zu bleiben, kann der Limmattaler eine tragende Rolle übernehmen. Eine Aufgabe, die seiner Entwicklung als Eishockey-Profi nur dienlich ist. Die NLA, logisch, ist aber für den 33-fachen NLA-Spieler der ZSC Lions nach wie vor Ziel. «Sollte sich die Chance ergeben, in der NLA zu spielen, werde ich versuchen, sie zu packen.»

Bis dahin bleibt der USA-Fan vorerst Teil der starken «Bündner oder Halbbündner Fraktion» beim SCL. Wenn er nicht in Zürich in der gemeinsamen Wohnung mit seiner Freundin ist, haust Cadonau in der WG seiner Mitspieler Marc Wolf, Daniel Carbis und Marc Kämpf. Wolf würde sogar verstehen, wenn Cadonau in fliessendem rätoromanischem «tschuntschientschuncontatschun tschancs tschufs» zum Besten gäbe. Der beliebte Zungenbrecher für Touristen bedeutet so viel wie «555 schmutzige Hammel». Kommen auch noch Mathias Brägger, Marco Gruber, Alex Chatelain und Dominic Hobi dazu, ist die Oberaargauer Grischa-Selection komplett.

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