Fussball
Carmelo Giamboi hält Goran Ivelj den Rücken frei

Der Cheftrainer Ivelj und sein Assistent Giamboi sind mehr als ein typisches Trainerduo, das vom Schicksal zusammengetrieben wurde, bevor es vom Schicksal wieder auseinandergetrieben wird.

Raphael Biermayr
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Carmelo Giamboi (links) fühlt sich wohl im Rücken von Goran Ivelj.

Carmelo Giamboi (links) fühlt sich wohl im Rücken von Goran Ivelj.

Patrick Haller

Ihre Verbundenheit geht so weit, dass Giamboi einen Teil seiner Trainerausbildung mit Ivelj abspricht. Er plane eine Fortbildung zum Spezialisten im Bereich Technik oder Kondition. «Mal schauen, was für Goran stimmt», sagt der mit 44 zehn Jahre ältere Neuenhofer. Hinter diesem unüblichen Vorgehen steckt die Annahme, eine gemeinsame Zukunft zu haben, zunächst im Limmattal und später möglicherweise andernorts. «Wenn ich Dietikon verlassen würde, würde ich ihn mitnehmen», bestätigt Ivelj. Giamboi bleibt dennoch auch unabhängig. Er wollte im August mit der Ausbildung zum Diplom B+ beginnen, muss sich damit aber ein Jahr gedulden, weil der Lehrgang bereits ausgebucht war.

In Spreitenbach gefunden

Giamboi macht nicht den Bückling vor dem früheren Challenge-Leage-Profi Ivelj. Er vertritt seine Ansichten, die jedoch grundsätzlich nicht häufig von denjenigen seines Chefs abweichen. «Die Philosophie zum offensiven Fussball, der Spass macht, verbindet uns», sagt der Versicherungsberater. Er war ein Führungsspieler in Spreitenbach, als Ivelj dort 2009 übernahm. «Er fiel mir als ehrgeiziger Spieler sofort auf», erinnert sich Ivelj, «noch heute würde er ohne zu zögern spielen, wenn ich ihn aufstellte.» Er übertrug Giamboi mehr und mehr Verantwortung, was dieser begrüsste und die beiden zu einem Tandem werden liess. In Spreitenbach war Giamboi auf dem Papier gar der Ranghöhere, weil Ivelj zu dieser Zeit noch als Juniorentrainer gemeldet war und die Saison zu Ende machen wollte, um für das nächste Diplom zugelassen zu werden.

Warnung für Giamboi

Giamboi hat grossen Respekt vor Ivelj und dessen Art, mit Menschen umzugehen. Dieser legt offen: «In Spreitenbach warnte man mich vor Carmelo. Man sagte, er sei hinterlistig. Ich spürte, dass es nicht so ist.»
In der kommenden Spielzeit wird Giamboi voraussichtlich wieder aktiver sein als zuletzt. Der Grund: Iveljs Comeback als Spieler. Das ist keine neue Situation, tat der Innenverteidiger doch schon während der Vorrunde der vergangenen Saison sowie vereinzelt in der regionalen 2. Liga mit. «Es ist natürlich reizvoll, häufiger zu coachen. Ich sehe das als eine Art Weiterbildung für mich», beschreibt Giamboi, um nachzuschieben: «Sobald Goran auf der Bank ist, trete ich einen Schritt zurück.»