Thürnen und die starken Frauen: Längst ist die Sportart Steinstossen kein Privileg der Hirten und Sennen mehr. An den Schweizer Meisterschaften im Oberbaselbiet brillierte auch das schwache Geschlecht mit starken Argumenten.

Allen voran die 38-jährige Claudia Bosshard-Baumann vom TV Birmensdorf, die den 6-kg-Stein auf 9,85 m schleuderte und den 12,5-kg-Brocken 6,12 m weit stiess.

Damit sammelte die Schweizer Meisterin von 2007 zwei weitere Bronzemedaillen. Sie kann selber nicht genau sagen, wie oft sie seit ihrem Debüt 2005 an nationalen Titelkämpfen bereits auf dem dritten Platz landete.

Letztes Jahr hat es mich gewurmt

Eines weiss sie ABER noch ganz genau: «Letztes Jahr hat es mich gewurmt, dass ich ohne Medaille blieb». Dieses Manko hat die vor zwei Jahren mit ihrer Familie nach Rafz gezügelte Limmattalerin in Thürnen eindrücklich korrigiert.

Zum Steinstossen kam die ehemalige Siebenkämpferin - auch dort gab es an der Schweizer Meisterschaft als Bestresultat Bronze - durch die Teilnahme des Turnvereins am Müliberg-Steinstossen im Aeugstertal.

Ihr gefiel die familiäre Atmosphäre auf Anhieb. Dazu kam der schnelle sportliche Erfolg. Im Siebenkampf war sie bereits stark in den technischen Disziplinen.

Claudia Bosshard-Baumann vom TV Birmensdorf beim Steinstoss.

Claudia Bosshard-Baumann vom TV Birmensdorf beim Steinstoss.

Mischung aus Kugelstossen und Speerwurf

«Und Steinstossen ist von der Technik her eine Mischung aus Kugelstossen und Speerwurf», erklärt Baumann-Bosshard. Auch an Zielen fehlt es nicht:

«2014 findet die Schweizer Meisterschaft in Ottenbach statt. Dort kann ich erstmals bei den Seniorinnen antreten.» Dann soll aus Bronze wieder Gold werden.