Was für eine Kulisse für diese Bronze-Medaille. Über 1200 begeisterte Zuschauer jubeln und Nathalie Schneider vom Turnverein Urdorf steht im goldenen Konfetti-Regen in der Halle in Wettingen. Sie strahlt übers ganze Gesicht und freut sich über ihr Mannschafts-Edelmetall in der Ü22-Kategorie.

Dabei hatte sie selber fast nicht mehr daran geglaubt. Nach ihrer Reck-Übung musste ihr Coach sie trösten. «Meine neue Übung ist nicht optimal gelaufen.» Auch ihre Mannschaftskolleginnen kamen nicht auf viele Punkte an diesem Gerät. «Unser Notendurchschnitt am Reck war tief. Meine 8.80 Punkte kamen in Wertung. Da dachte ich: Das kann nicht reichen für eine Medaille.» Doch die sympatische Urdorferin täuschte sich. Die anderen Geräte liefen sehr gut. Zum Beispiel an den Ringen. Da turnte Schneider ihren Abgang perfekt in den sicheren Stand. Das gab eine dicke Umarmung von ihrer Trainerin. «Beim Einturnen bin ich zweimal umgefallen nach dem Abgang. Ich fühlte mich unsicher.» Umso grösser die Erleichterung nach der gelungenen Übung.

Ziel nicht erreicht – trotzdem zufrieden

Neben Nathalie Schneider turnten Nicole Honegger (Dietlikon), Andrea Ruhstaller (Bülach) und Nicole Mattli (Grüningen) für Zürich. Gold ging an den Aargau, Silber an St. Gallen. «Am Anfang waren unsere Ziele sogar noch höher als Bronze. Vielleicht machten wir uns selber etwas zu viel Druck.» Viel hat nicht gefehlt: 15 Hunderstel war der Rückstand auf den Silber-Rang.

Am Sonntag gab es sogar eine Goldmedaille für die Turnerinnen aus der Region. Die Zürcher Mannschaft in der zweithöchsten Kategorie 6 mit Alessia Romanelli und Silja Wohler aus Weiningen gewinnt Gold. Schliesslich holte sich Kim Kober aus Urdorf in der Kategorie 5 die Bronze-Medaille.

Vierter Titel für Innerschweiz

In der Elite-Kategorie K7 war das Team Innerschweiz nicht zu schlagen. Sie kamen souverän zu ihrem vierten Schweizer Meister-Titel in Serie. Silber ging an die Waadtländerinnen, die zum ersten Mal in der Geschichte des Geräteturnens auf dem Podest standen. Zürich I holte sich vor den Aargauerinnen die Bronzemedaille.