Fussball 2. Liga Inter
Bittere Klatsche für den FC Schlieren gegen den FC Schwamendingen

Vor eigenem Publikum hagelte es für den FC Schlieren die bisher höchste Niederlage der Saison. Mit 0:4 unterliegen die Limmattaler dem abstiegsbedrohten FC Schwamendingen.

Marc Friedli
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Bemüht, aber glücklos: Schlierens Anthony Gullo (rechts) im Zweikampf mit dem Schwamendinger Captain Paulin Kqira. Links läuft Schlieren-Captain Davide Lopes mit.

Bemüht, aber glücklos: Schlierens Anthony Gullo (rechts) im Zweikampf mit dem Schwamendinger Captain Paulin Kqira. Links läuft Schlieren-Captain Davide Lopes mit.

Marc Friedli

Alles schien für einen erfolgreichen Schlieremer Fussballabend angerichtet, an diesem wunderschönen Frühlingssamstag auf der Sportanlage Zelgli. Zu Gast war der Tabellenvorletzte aus Schwamendingen und Schlieren Trainer Davide Molinaro gab sich vor Anpfiff optimistisch, dass sein Team nach der Niederlage gegen Oerlikon Polizei vergangene Woche wieder zurück in die Siegesspur finden werde.

Lähmender Doppelschlag

Unter der warmen Abendsonne und auf einem erhitzten Kunstrasen begannen beide Mannschaften intensiv, die Zweikämpfe wurden angenommen und hart geführt. In der zehnten Minute setzte Schlieren-Captain Davide Lopes mit einem flachen Distanzschuss eine erste Duftnote in der Offensive. Nach einer guten Viertelstunde folgte der erste Rückschlag: eine scharf gezogene Freistossflanke in den Sechszehner lenkte der Schwamendinger Stürmer Eren Kocayildiz per Kopf vorbei an Torwart Jérôme Vollenweider zur 1:0 Gäste Führung.

Nur fünf Minuten später, die Schlieremer waren gerade im Begriff sich vom Rückstand zu erholen und zu reorganisieren, überraschte ein weiter Abkick des Schwamendinger Torhüters die Abwehr der Limmattaler. Wieder war es Kocayildiz, der diesmal alleine aufs Tor zog und sich nicht zwei mal bitten liess, seinen Doppelpack zu schnüren und auf 2:0 zu erhöhen. Ein herber Doppelschlag, von dem sich die Schlieremener an diesem Abend nicht mehr erholen sollten.

Die erhoffte Reaktion blieb aus

Unter den Zuschauern auf den Rängen herrschte nichtsdestotrotz Zuversicht, dass Trainer Molinaro in der Pause die richtigen Worte finden und das Spiel nochmals spannend machen würde. Dieser gab die Richtung klar vor, indem er für den Innenverteidiger Alberto Cammarota mit Gold Ire Omotayo einen echten Stossstürmer brachte und von einem 4-3-1-2 auf ein deutlich offensiveres 4-3-3 mit drei Spitzen umstellte. Die Schlieremer waren in der Folge sichtlich bemüht und versuchten Druck auf die Gäste auszuüben. Doch es fehlte der Zugriff zum Spiel, auch weil die Stadtzürcher sehr organisiert und clever verteidigten.

Über weite Strecken der zweiten Halbzeit liessen die Gäste nichts mehr anbrennen und die Limmattaler schienen sich der abzeichnenden Niederlage zu fügen. Es war einer dieser Tage, an denen einfach wenig gelingen wollte. „Uns fehlte heute der Biss, sie wollten die Punkte mehr als wir“, kommentierte ein sichtlich resignierter Anthoy Gullo die Leistung seiner Mannschaft, fügte jedoch hinzu, dass Schwamendingen auch ein guter Gegner gewesen sei, „der auf der Tabelle nicht dort steht, wo er hingehört. Das muss man auch anerkennen.“ Als dann in den letzten zehn Minuten Schwamendingen dank zwei ansehnlich herausgespielten Kontern gar auf 4:0 erhöhte, war das Fiasko perfekt. Ein verdienter Sieg für die Stadtzürcher, auch wenn dieser am Ende etwas zu hoch ausfiel.

Verkorkster Rückrundenstart

Für Schlieren ging der Start in die Rückrunde wahrlich nach hinten los. Nur ein magerer Punkt stehen nach drei Heimspielen für das Team von Trainer Molinaro zu Buche, zu wenig für den bisherigen Tabellenzweiten. Besorgniserregend erscheint insbesondere die Defensive. Die neun Gegentore aus drei Spielen legen ein deutliches Zeugnis ab, wo die Probleme der Limmattaler liegen. „Wir müssen hinten wieder mal zu null spielen, wir kriegen einfach zu viele Tore“, wies Stürmer Anthony Gullo auf das aktuelle Defizit hin, nahm jedoch auch sich selbst und die Offensive in die Pflicht, denn eine gute Verteidigung beginne immer zuvorderst.

Trainer Molinaro identifizierte das Problem vor allem in den Köpfen seiner Spieler. Worüber der Tabellenplatz nicht aussage, sei „dass die Schwamendinger voller Selbstvertrauen ins Spiel gingen, während dieses uns momentan fehlt. Zuhause dann mit 0:4 zu verlieren macht die Situation nicht unbedingt einfacher“. Es handelt sich um ein Dilemma, mit dem die Limmattaler bereits seit der Wintervorbereitung kämpfen. „Zu viele unserer guten Spieler spielen momentan unter ihrem Wert. Aus dieser Negativspirale müssen wir herausbrechen, das ist eine Kopfsache“, schlussfolgerte Molinaro.

Während für den bisherigen Tabellenvorletzten Schwamendingen die Aufholjagd so richtig beginnt, kommt den Schlieremer die Osterpause gerade rechtzeitig. Zeit genug zu verschnaufen und über die Bücher zu gehen, um danach alles daran zu setzten, die Negativserie mit einem Sieg gegen das Schlusslicht aus Zürich-Affoltern zu beenden. Dann wird auch das so vermisste Selbstvertrauen wie von selbst zurückkommen.

Schlieren – Schwamendingen 0:4 (0:2).

Zelgli, Schlieren. 90 Zuschauer. SR: Sutter. Tore: 20. Kocayildiz 0:1. 28. Kocayildiz 0:2. 80. Carneiro 0:3. 87. Mehic 0:4. Schlieren: Vollenweider; Schneider (75. Fetahu), Cammarota (45. Omotayo), De Arriba, Viera; Marra Perez (67. Santurbano), Schnidrig; Lopes; Bucciarelli, Gullo. Schwamendingen: Cossa; Mehic, Krasniqi, Kqira, Kamara; Salkic, Bytyqi, Sahbatou, Carneiro; Kocayildiz (86. Miranda), Borilovic (78. Qafleshi).