Es war heiss gestern Nachmittag. Als die Partie auf dem Wisacher-Hauptplatz angepfiffen wurde, zeigte das Thermometer über 30 Grad an. Grund genug für Schiedsrichter Sandro Grisenti, bereits nach 27 Minuten den Akteuren richtigerweise eine kurze Pause zwecks Flüssigkeitsnachschub zu gewähren.

Nun, Grisenti hätte die Partie zu jenem Zeitpunkt ohne schlechtes Gewissen auch bereits abpfeifen können. Regensdorf lag seit der achten Minute mit 2:0 vorne. Und die Birmensdorfer machten alles andere als einen entschlossenen Eindruck, an diesem Zustand noch etwas ändern zu wollen.

Die Birmensdorfer wurden lahmgelegt

Der Liganeuling aus dem Limmattal war nicht nur mit der schnörkellosen Spielweise der Regensdorfer überfordert, der FC Birmensdorf zeigte sich genügsam. Von einer Reaktion war nichts zu spüren – im Gegenteil.

In der Defensive leistete man sich haarsträubende Fehler, welche den untadeligen Goalie Samuel Winkler immer wieder dazu nötigten, Kopf und Kragen zu riskieren. Den Vogel in dieser Beziehung schoss FCB-Mittelfeldspieler Yannick Ryf ab, der den Ball lässig mit der Hacke spielte – in die Füsse eines Gegners.

Es hätte noch viel schlimmer kommen können

Es war ein Glück für das Team von Trainer Goran Gasic, dass die Hausherren nach ihrem Startfurioso in der prallen Sonne zwei Gänge zurückschalteten. Dass die Regensdorfer beim Seitenwechsel dennoch mit 4:0 in Front lagen, sagt alles über die klaren Kräfteverhältnisse auf dem Platz aus.

Auch in Halbzeit zwei brachten die Birmensdorfer kaum ein Bein vors andere. Eine Szene soll sinnbildlich für die einseitige Partie stehen: «Hier, damit du auch mal den Ball hast», rief Regensdorfs Verteidiger Thrier seinem unterbeschäftigten Goalie Kübler kurz nach Wiederanpfiff zu und bediente diesen mit einem flachen Pässchen. Kübler grinste, hob den einen Daumen und schlug den Ball in die Platzmitte.

Mit der Zeit übertrieben die Regensdorfer ihr Schaulaufen ein bisschen. Nach 55 Minuten durfte FCB-Stürmer Sorrentino per Elfmeter wenigstens das Ehrentor erzielen. Der letzte Treffer des Spiels war es indes nicht. Der vierfache Torschütze Brambilla (68./Foulelfmeter) und Kuci (93.) schraubten das Skore zum Schlussresultat von 6:1 hoch.

Und nun gegen den Zweitplatzierten

Birmensdorfs Sportchef Daniel Margreth schaute sich das Debakel vor Ort an. Vor dem Anpfiff steckte er mit Trainer Gasic die Köpfe zusammen, dann meinte er: «Ab nächster Woche sollte die Mannschaft dann mehr oder weniger komplett sein.» Hoffentlich. Denn am kommenden Sonntag empfangen die weiterhin punktelosen Limmattaler den Tabellen-Zweiten Red Star II.