Fussball
Birmensdorf verschenkt zwei Punkte im Spiel gegen Industrie Turicum

Der FCB kommt trotz Überlegenheit gegen Industrie Turicum nicht über ein 3:3 hinaus. Nach nicht einmal einer gespielten Viertelstunde lagen die Hausherren aus Birmensdorf bereits mit 2:0 in Front. in der zweiten Halbzeit kippte die Partie.

Michel Sutter
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Birmensdorf kommt nicht über ein 3:3 hinaus.
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Birmensdorfs Aleksandar Petrovic fällt im Strafraum, hinten Bruno Da Costa
Birmensdorfs Bruno Da Costa (rechts) schaut einem Pass nach
Birmensdorfs Aleksandar Petrovic (links) schaut einem Ball nach

Birmensdorf kommt nicht über ein 3:3 hinaus.

msu

Verrückt – dieser Begriff passt am besten zu dem, was sich zwischen Birmensdorf und Industrie Turicum auf dem Rasen abgespielt hat. Volker Merz hatte mit einer schönen Direktabnahme zum 1:0 getroffen und Aleksandar Petrovic mit einer scharfen Flanke Manuel Monteiro zu einem Eigentor gedrängt.

Industrie Turicum war in der Anfangsphase überhaupt nicht im Spiel und musste einen Birmensdorfer Angriff nach dem anderen über sich ergehen lassen. Doch dann traf Mohamed Mokram, der beste Spieler aufseiten von Turicum, mit einem herrlichen Freistoss. Plötzlich stand es nur noch 2:1 für Birmensdorf. Der Treffer gab Turicum sichtlich Auftrieb, die Gäste spielten nun mit.

Nicht zuletzt deswegen kam es wenige Minuten vor der Halbzeitpause zu einem offenen Schlagabtausch zwischen den beiden inzwischen ebenbürtigen Teams. Erst vergab Aleksandar Petrovic allein vor dem gegnerischen Torhüter die wohl grösste Torchance des Spiels. Dann brachte Philipp Stiehl von Industrie Turicum den Ball nicht im Tor unter. Sehenswert dafür Petrovics Tor nach einem Querpass von Merz zur 3:1-Führung. Birmensdorf schien die Sache im Griff zu haben.

Turicums Schlussoffensive

Schien. Denn in der zweiten Halbzeit kippte die Partie. Industrie Turicum erspielte sich immer mehr Torchancen, Birmensdorf hatte defensiv plötzlich Mühe. Bestes Beispiel dafür war eine Aktion von Goalie Adrian Ryser, der sich von Humberto Pires ausdribbeln liess. Mokram drosch den Ball dann über das Tor – zum Glück für Birmensdorf.

Kurz darauf mussten die Hausherren erneut das Glück in Anspruch nehmen: Philipp Stiehl verpasste das Tor knapp, nachdem Simon Kaufmann den Ball im Strafraum verloren hatte. Zehn Minuten vor Schluss hatten die Birmensdorfer ihr Glück allerdings endgültig aufgebraucht. Zuerst zirkelte Franco Peduzzi einen Freistoss herrlich ins Tor. Und dann traf Mokram aus spitzem Winkel zum 3:3-Ausgleich.

So kurz vor Schluss noch den Sieg zu verpassen, ärgerte Trainer Fabio Stiz. «Wir hätten eigentlich 4:0, 5:0 führen können», meinte er. «Und dann vergeben wir noch zwei Punkte. Das hat mit der mentalen Einstellung zu tun.» Allerdings gab Stiz zu bedenken, dass mit Da Costa, Geiger, Gebhardt und Filipovic gleich vier Spieler angeschlagen in die Partie kamen. Zudem sei der Platz sehr tief gewesen: «In der ersten Halbzeit ging es noch, aber in der zweiten Hälfte hatten wir Probleme mit dem Untergrund.» Immerhin: Birmensdorf hat gezeigt, dass es auch mit angeschlagenen Spielern enorm druckvoll agieren kann.