«Den pfeift man in der 3. Liga halt.» Das war die pointierteste Aussage zu der Situation, die die Gemüter nach dem Schlusspfiff am meisten aufbrachte. Obwohl danach noch vier weitere Treffer fielen. Der Urheber dieses Satzes ist Aleksandar Petrovic. Der Birmensdorf-Torjäger fiel nach einem Rencontre mit Engstringens Benji Araujo in der 15. Minute. Schiedsrichter Kägi zeigte auf den Elfmeterpunkt, Captain Bruno Da Costa verwandelte sicher.

Einen «Skandal» witterte gar FCE-Trainer Paul Schärer hinter dieser Entscheidung, seine Stimme brach sich vor Zorn, obschon er leise sprach. In Gedanken war er schon bei der nächsten strittigen Szene: Beim 2:0 monierten die Gäste eine Abseitsposition von Torschütze Simon Gebhardt. Eine nette Geschichte dahinter aus der Optik der Gastgeber: Der Neuzuzug von Bremgarten lief auf dem Zahnfleisch, Trainer Fabio Stiz hiess ihn, noch einige Minuten durchzuhalten, bis sich Davide Pezzuto eingewärmt hatte.

Schärer hatte nichts für Nettigkeiten übrig. «Bei diesen Temperaturen einem 0:2 nach zwei Fehlentscheidungen hinterherzurennen, ist doppelt schwierig», sagte er nun knurrend. Allerdings dürfte ihm nicht entgangen sein, dass es niemals zur umstrittenen Elfmetersituation hätte kommen dürfen. Denn nach einem Eckball für die Engstringer vertändelte Sebastian Luck den Ball und eröffnete damit Christian Geiger die Chance zum Kontern. Und schliesslich konnte Petrovic im Strafraum so lange schalten und walten, bis er gelegt werden konnte. Mit dem frühen Gegentreffer war Schärers Plan durchkreuzt, «lange ein 0:0 halten und durch Konter zum Erfolg zu kommen».

Der Elfmeter zum 1:0

Der Elfmeter zum 1:0

Engstringen ist zu spät gefährlich

Allerdings zeigte sich sein Team auch danach harmlos in der Offensive. Abgesehen von einer grossen Chance für Luck (37.) dauerte es bis in die Schlussphase, ehe die Engstringer wieder gefährlich wurden. Captain Lukas Baur brachte die Gäste nach einem schönen Pass von Dennis Schweitzer auf 1:2 heran (82.). Es war der Auftakt zu ereignisreichen Minuten. Praktisch nach Wiederanpfiff erzielte Pierre Sherrs das 3:1, ehe sich FCE-Torhüter Janic Schweitzer ohne gegnerische Einwirkung verletzte und Verteidiger Egon Isenring sich mangels Wechselmöglichkeit ins Tor stellte. Er sah, wie sein Gegenüber Adi Ryser bei mehreren hohen Bällen nacheinander im Fünfmeterraum irrlichterte, was der omnipräsente Yannik Ryf zum 2:3 nutzte (93.). In der letzten Szene einer wegen der Trinkpausen langen Nachspielzeit scheiterte Petrovic mutterseelenallein kläglich an Isenring.

Petrovic, der vergangene Saison die Auszeichnung zum «Limmattaler Topskorer» am letzten Spieltag aus der Hand geben musste, war die Figur der Partie. Wenn auch nicht unbedingt die glückliche. Vor dem Seitenwechsel, als Birmensdorf das zwingendere Team war, hätte er zwei weitere Treffer erzielen können, ja müssen. Einmal traf er den Aussenpfosten (5.), einmal verzog er aus zehn Metern (21.). Und zur letzten Szene gegen den «Nottorhüter» Isenring meinte der 26-Jährige mit einem Lächeln auf dem Gesicht: «Ich hatte einfach keine Kraft mehr», um nachzulegen: «In der Vorrunde habe ich immer Anlaufschwierigkeiten.»

Stiz ist glücklich mit Sieg

Daraufhin stellte er die Elfmetersituation nach. «Er traf mein Bein und auch ein bisschen den Ball», erklärte er. «Ein glasklarer Penalty», unterstützte ihn sein Trainer Fabio Stiz, der sein Team als verdienten Sieger sah. «Es ging nicht darum, einen Schönheitspreis zu gewinnen, dennoch hat bei uns spielerisch mehr zusammengepasst.» Seiner Mannschaft fehlten einige Leistungsträger. Auch Marc Füglistaller. Dem «verlorenen Sohn» war die Kniescheibe herausgesprungen, weshalb er als Zuschauer zugegen war.