2. Liga
Birmensdorf kaum mehr zu retten

Birmensdorf verliert das Limmattaler Derby gegen Schlieren mit 0:1. Damit hat der Tabellenletzte nur noch theoretische Chancen auf den Ligaerhalt.

Michel Sutter
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Der Birmensdorfer Giuseppe Sorrentino (r.) hat gegen den Schlieremer Alberto Cammarota (l.) das Nachsehen.

Der Birmensdorfer Giuseppe Sorrentino (r.) hat gegen den Schlieremer Alberto Cammarota (l.) das Nachsehen.

michael sutter

Goran Gasic lächelte. Der Trainer der Birmensdorfer wirkte nach dem Schlusspfiff gelassen, ja fast gelöst. Seine Mimik stand ihm Kontrast zum Ergebnis, mit dem sich seine Schützlinge zufrieden geben mussten: eine 0:1-Heimniederlage gegen Schlieren, mit der die Birmensdorfer faktisch abgestiegen sind. «Im Vergleich zu den letzten Spielen war das eine Superleistung», erklärte Gasic seinen Gemütszustand. «Die Jungs haben Charakter gezeigt, ich bin stolz auf sie.»

Starkes Spiel zu Beginn

Tatsächlich spielte Birmensdorf gegen Schlieren lange Zeit stark auf. Vor allem in der ersten Hälfte bestimmten die Hausherren das Geschehen auf dem Platz. Schon in den Startminuten liessen die Birmensdorfer erkennen, dass sie keinesfalls gewillt waren, ihr Schicksal einfach so hinzunehmen, und spielten forsch nach vorne.

Sie suchten immer wieder Giuseppe Sorrentino vorne, der um jeden Ball kämpfte und offensiv für am meisten Gefahr sorgte. Nach einer halben Stunde hatte Sorrentino dann seine beste Szene an diesem Abend: Der Stürmer zog auf Strafraumhöhe ab, der Ball klatschte an den Pfosten. Glück für Schlieren.

Der Pfostenschuss bildete bis anhin auch das Highlight eines sonst ereignisarmen Derbys. Denn obwohl Birmensdorf sich sichtlich bemühte, erspielte es sich nur wenige echte Torchancen. Von Schlieren gab es in der ersten Hälfte offensiv wenig zu sehen.

In der zweiten Hälfte kamen die Gäste besser ins Spiel, das nun ausgeglichener war. Offensiv setzte Birmensdorf allerdings weiterhin mehr Akzente – bis zwanzig Minuten vor Spielende. Erst kam Mario Bucciarelli durch einen Freistoss zu einer guten Chance, und dann spitzelte Daniel De Arriba Torres den Ball aus kürzester Distanz über die Linie – die Gäste führten.

Der Mut der Verzweiflung

Das Gegentor trieb die Birmensdorfer in den Mut der Verzweiflung. Sorrentino sorgte wenig später für ein Raunen bei den Zuschauern, als er den Ball vor dem Tor ablenkte und damit Goalie Würsten beinahe übertölpelt hätte.

Doch richtig gute Torraumszenen blieben Mangelware. Stattdessen häuften sich jetzt die Diskussionen auf dem Feld. Diskussionen, die keinen richtigen Spielfluss mehr aufkommen liessen. Am Ende blieb es beim etwas glückhaften 1:0 für Schlieren.

Und Birmensdorf? Das muss nun auf ein Fussballwunder hoffen. Heute Abend kann Einsiedeln, das über dem Strich ist und acht Punkte Vorsprung auf die Limmattaler hat, mit einem Sieg den Abstieg der Birmensdorfer besiegeln.

Bei einer Niederlage könnten die Limmattaler in den verbleibenden drei Partien den Abstieg theoretisch noch abwenden. Doch die Chance dafür ist natürlich sehr gering. Das weiss auch Gasic. «Wir wollen in den letzten Spielen einfach noch unser Bestes geben», sagte er. So wie gegen Schlieren.