Das portable Telefon macht es möglich. Wir erreichen Dean Kukan auf seinem schwedischen Handy im Bus. Er befindet sich gerade auf der Fahrt von Lulea zu einem Spiel nach Stockholm. Dauer des Trips: elf Stunden. Es ist die erste lange Busreise des jungen Limmattalers. Breitwillig gibt er Auskunft über sein neues Leben, so kann er sich die Fahrt etwas verkürzen.

Seit Ende August weilt der Junioren-Nationalspieler bereits in Lulea, einer Kleinstadt mit 46000 Einwohnern, im Norden des Landes. «Ich habe Anfang August auch bei MODO ein Probetraining absolviert. Aber Lulea wollte mich sofort. Das hat mir den Entscheid leicht gemacht», erzählt Dean Kukan. Und der Verteidiger bereut diesen Schritt «überhaupt nicht».

Die Ausbildung für die Verteidiger sei in Schweden die Beste von ganz Europa, sagt Kukan. Deshalb hat er sich auch gegen Kanada entschieden. «Dort gibt es zu viele Spiele. Dann leidet die Ausbildung.» Er habe noch nie derart Verteidiger-spezifische Trainings wie in den letzten Wochen erlebt. «Hier kann ich mehr profitieren, als in der Schweiz.»

Leben wie ein Profi

Im hohen Norden Schwedens lebt Dean Kukan wie ein Profi. Zweimal pro Tag geht er zum Training und am Wochenende stehen die Meisterschaftsspiele auf dem Programm. Einmal die Woche arbeitet er in einem Büro als Ausgleich. Der Urdorfer wohnt alleine, nur fünf Minuten vom Stadion entfernt. Vorletzte Woche kam seine Familie zu Besuch, «um mir beim Einrichten der Wohnung zu helfen». Von Heimweh will er gar nichts wissen, er lacht nur. «Es gibt ja das Telefon, Skype und das Internet.» Es habe auch Vorteile allein zu wohnen, erzählt Kukan.

In seiner spärlichen Freizeit geht der 18-Jährige gerne mit seinen Teamkollegen – «das sind alles ganz nette Typen» – etwas Essen oder mal in eine Sport Bar. «Ausgang wie in Zürich mit grossen Clubs, das gibt es hier nicht. Aber ich hätte ja gar keine Zeit dafür.» Ein paar Brocken schwedisch versteht der Limmattaler bereits, zumindest jene des Coachs. Bald wird er einen Kurs besuchen. «Ansonsten komme ich mit Englisch gut über die Runden.»

Neben zwei Tschechen und einem Norweger ist Dean Kukan der einzige Ausländer im Team von Lulea. Der Trainer lässt immer mit drei Verteidiger-Paaren durchspielen. Und der Schweizer gehört zum Stamm des Teams. Sein Team spielt in der Norddivision und belegt nach acht Meisterschaftsspielen den zweiten Platz. Kukan wartet immer noch auf sein erstes Saisontor. «Ich bin nicht der grosse Skorer, eher ein Defensiv-Verteidiger.» In dieser und der nächsten Saison will er die Verantwortlichen der schwedischen Profimannschaften mit starken Leistungen überzeugen. Denn sein grosses Ziel «ist ein Vertrag in der schwedischen Eliteliga».