Eishockey

Beim EHC Urdorf ist das Dach der Star

Was auf den ersten Blick aussieht «wie ein Provisorium» ist die neu-überdachte Kunsteisbahn Weihermatt. Mit einem Sieg des EHC Urdorf feiert die Eishalle ihre Premiere.

«Die Jungs waren übermotiviert.» EHC-Urdorf-Trainer Dani Hüni lächelt, als er an die Minuten vor dem ersten Match in der «offenen Eishalle» Weihermatt zurückdenkt. Um 19.55 Uhr will wie gewohnt das Team in der Garderobe abholen, um es auf das Eis zu schicken – zu seiner Überraschung stehen die Akteure schon im Gang bereit. Auf dem Weg an die Bande blickt Hüni dann über die neue Anlage. Seine Meinung? «Es sieht auf den ersten Blick aus wie ein Provisorium – ein schönes natürlich.»

Wenige Meter daneben steht Vereinspräsident Bernhard Kunz. Er, der wie ein Löwe für die Realisierung der Überdachung gekämpft hat, ist sichtlich stolz und in der Bewertung sachlich wie immer: «Es ist tiptop geworden.» Im Umfeld des EHCU machte in den letzten Jahren ein geflügeltes Wort die Runde: «Ich glaube es erst, wenn es so weit ist.» Die Vorsicht hat an diesem Samstagabend auch für Kunz ausgedient. Dass aus verschiedenen Gründen erst mit zwei Wochen Verspätung Eis aufbereitet werden konnte, habe ihn nicht geärgert. Er findet im Gegenteil Lob: «Die Eismeister-Crew hat in den letzten Tagen einen fantastischen Job gemacht, damit wir heute hier sein können.» Er sieht das Dach auch als Fanal für die Zukunft der ersten Mannschaft. «Jetzt kann ein Umbruch stattfinden, denn ehemalige Urdorfer werden nun lieber zurückkommen.» Als Beispiel nennt er den Zuzug von Nicolas Landis, dem vormaligen Elite-A-Akteur der ZSC Lions. Er wird ab November spielberechtigt sein, sagt Vereinssekretärin Yvonne Wigger, die wie viele andere im Zusammenhang mit der Überdachung das Wort «endlich» braucht.

Was ist neu auf der Weihermatt, ausser das Offensichtliche? Allen voran die Akustik: Der Widerhall des Dachs erweckt auf der Gegenseite der Tribüne den Eindruck, mehr Zuschauer – zum Auftakt sind es über 200 – würden das Spiel verfolgen. Applaus und Raunen sind sehr laut. Unglücklich für die Anwohner: Nach verschiedenen Voten sei es auch in der Umgebung lauter als zuvor, dies auch wegen der härteren Banden. Bei Spielunterbrüchen wähnt man sich wegen des Stimmengewirrs an einem gut besuchten Stehapéro. Apropos Stimme: Die scheppernde des langjährigen Speakers Hermann Ritsch fehlt am Premierenabend – ausnahmsweise.

Ebenfalls ungewohnt ist, dass die Teams nach der Hälfte des letzten Abschnitts nicht die Seiten wechseln. «Ein Fehler», hält Max Rüegg fest. Der Schiedsrichter, dessen Sohn Stefan bei den «Stieren» spielt, sagt: «Es handelt sich hierbei noch immer um eine offene Anlage.» Er steht auf der Gegenseite der Tribüne, die wie die Stirn- und Nackenseite nicht durch eine Wand abgeschlossen ist. Dahinter liegt friedlich der leicht abschüssige Rasen, wo die Urdorfer Eissportvereine gern ein zweites Eisfeld sähen. «Wir haben 24 Jahre lang auf dieses Dach gewartet», sagt Max Rüegg, «vielleicht steht in 24 Jahren dann ein zweites Feld.»

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