Schiessen
Beim 41. Reppischtalschiessen sind Präzision und Konzentration gefragt

Der Schiessverein Dietikon und die Pistolenschützen Dietikon organisierten zum 41. Mal das Reppischtalschiessen. Im Vordergrund steht neben dem sportlichen Aspekt auch das gesellige Zusammensein.

Michel Sutter
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Beim 41. Reppischtalschiessen machten rund 750 Personen mit.

Beim 41. Reppischtalschiessen machten rund 750 Personen mit.

Michel Sutter

Es knallt unten im Pistolenschiessstand auf dem Waffenplatz Reppischtal. Ein halbes Dutzend Schützen stehen nebeneinander und schiessen unentwegt auf die 25 Meter entfernten Zielscheiben, die durchlöchert werden. Patronenhülsen fallen im Sekundentakt zu Boden, es riecht nach Schiesspulver.

Gregor Forster nimmt die Pistole zur Hand, streckt den Arm aus und zielt auf die Scheibe, 50 Meter von ihm entfernt. Dann drückt er ab. Doch auf der Scheibe erscheint kein Loch. Und seine Waffe klickt nur, denn sie ist nicht geladen. Forsters Aktion dient lediglich Demonstrationszwecken. «Die Haltung ist wichtig», sagt er, «ebenso die Atmung.» Und die Tagesform. «Hat man einen schlechten Tag gehabt», verrät Forster, «merkt man das auch am Schiessstand.»

Seit vier Jahren ist Forster bei den Pistolenschützen Dietikon. In diesem Jahr sitzt der 39-Jährige im Organisationskomitee des Reppischtalschiessens und vertritt die Pistolenschützen. Für ihn bedeutet diese Aufgabe keine Mehrbelastung, im Gegenteil. «Es macht Spass, hier zu sein», sagt er und fügt hinzu: «Ich mag es, in dieser Gemeinschaft zu sein.»

Gregor Forsters Lieblingsdistanz beträgt 25 Meter.

Gregor Forsters Lieblingsdistanz beträgt 25 Meter.

Michel Sutter

Die Gemeinschaft – diesen Aspekt nennen die Schützinnen und Schützen zuerst, wenn sie nach der Faszination des Schiesssports gefragt werden. «Man sieht es hier beim Reppischtalschiessen: Es gibt jugendliche Schützen, aber auch über 80-jährige», sagt Rolf Neeracher, der seit 41 Jahren dem Schiessverein Dietikon angehört und diesen jtzt präsidiert. «Jugendliche und Ältere schiessen also zusammen, das ist doch wunderbar», fügt der 76-Jährige hinzu.

Der Schiessverein Dietikon und die Pistolenschützen Dietikon, die das Reppischtalschiessen organisieren, möchten vor allem Jugendliche zum Schiesssport animieren. Darum hat der Schiessverein Dietikon in diesem Jahr einen Kurs für Jungschützen ab 13 Jahren eingeführt. Die Pistolenschützen führen dafür über den Schulsport Luftpistolenkurse durch. Das Fernziel: Man möchte für Nachwuchs beim Reppischtalschiessen sorgen, denn die Zahl der Teilnehmenden ist rückläufig. Insgesamt rund 1000 Schützinnen und Schützen, die über die Kurz- und Langdistanz teilnehmen, aus etwa 90 Vereinen sind dieses Jahr dabei, während es früher noch 2000 waren. Dafür haben sich in diesem Jahr mehr Jungschützen als in den Jahren zuvor angemeldet. Und auch Frauen sind im Schiessstand mehr zu sehen als früher, wenngleich es immer noch nur eine Handvoll sind.

«Wir haben zwei jugendliche Frauen und fünf aktive Schützinnen», sagt Doris Auerswald vom Organisationskomitee. Sie selbst schiesst auch über 300 Meter. Warum hat sie sich ausgerechnet fürs Schiessen entschieden? «Diese Präzision und die Konzentration, die man beim Schiessen braucht – das gefällt mir», sagt die 26-Jährige, die seit sieben Jahren beim Schiessverein Dietikon ist. Und wie reagiert ihr Umfeld, wenn sie sagt, dass sie diese Sportart ausübt? «Es kommt nicht überall gut an, da Schiessen negativ behaftet ist», erzählt sie. «Dabei wissen viele gar nicht, was diesen Sport ausmacht. Man muss sehr konzentriert handeln und sich stets auf das Ziel fokussieren.».Zudem werde die Sicherheit gross geschrieben. Bei den Jungschützen achten die Verantwortlichen speziell auf die Schulung der Sicherheitsvorschriften.

Rolf Neeracher, Präsident des Schiessvereins Dietikon, im Schiessstand.

Rolf Neeracher, Präsident des Schiessvereins Dietikon, im Schiessstand.

Michel Sutter

Auch bei den Pistolenschützen geht die Sicherheit vor. So darf man die Pistole erst auf der Ladebank aus dem Behältnis nehmen. Die Waffe – oder Sportgerät, wie die Schützen sagen - herumliegen lassen, ist verboten. «Eigentlich sind das Bestimmungen, die es schon vorher gab», sagt Gregor Forster. «Jetzt achtet man einfach noch mehr darauf, dass sie umgesetzt werden.»

Forster schiesst nicht nur mit der Pistole, sondern auch mit dem Gewehr. Braucht es bei der Pistole eine ruhigere Hand, da man nicht liegt? «Man kann auch im Liegen verziehen», sagt Forster. Er selbst schiesst am liebsten über eine Distanz von 25 Metern. Das Schiessen, so Forster, sei für ihn eine Abwechslung zum Alltag: «Da kann ich richtig abschalten und alles um mich herum vergessen.»