Fussball
Beat Studer muss Schlieren verlassen – Antonio Caputo übernimmt

Nach dem voraussichtlichen Verpassen des Aufstiegs in die 2. Liga ist Ende Saison Schluss für Beat Studer im FC Schlieren. Der Verein verlängert den Vertrag mit dem früheren FCZ-Profi nicht. Der Nachfolge ist der bisherige Co-Trainer Antonio Caputo.

Raphael Biermayr
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Antonio Caputo (hinten, Mitte) löst Beat Studer (vorn) nach der laufenden Spielzeit ab.

Antonio Caputo (hinten, Mitte) löst Beat Studer (vorn) nach der laufenden Spielzeit ab.

Raphael Biermayr

Am Dienstagabend erfuhren die Schlieremer Spieler, wie die Zukunft aussieht. Vereinspräsident Hebi Wetzel offenbarte, dass Beat Studer nach der laufenden Saison gehen muss. «Die sportlichen Ziele sind nicht erreicht worden», begründet er den Schritt gegenüber www.limmattalerzeitung.ch.

Ausfälle als Mitgrund für das Scheitern

Studer - seit Dezember 2008 im Verein - war vor der Spielzeit erneut mit dem Ziel angetreten, den FCS erstmals seit Mitte der 1980er-Jahre wieder in die 2. Liga zu führen. Vor der Saison deutete er im kleinen Kreis an, dass er sich selbst Konsequenzen überlegen werde, würde sein Team nicht bis zuletzt Chancen auf die Promotion haben.

Studer verstärkte die Mannschaft in der Winterpause namhaft, hatte aber auch Pech mit Verletzungen von Leistungsträgern wie Sorrentino, Baumann und Azzarito: «Die Ausfälle haben ihm letztlich wohl das Genick gebrochen», sagt Präsident Wetzel.

Nach dem Engstringen-Match (1:4) sei für den Vorstand klar gewesen, dass es mit Studer nicht weitergeht. Das habe man ihm bald daraufhin mitgeteilt. Die undisziplinierten Auftritte – fünf rote Karten in zwei Matches – hätten nichts mit dem Entscheid zu tun. «Wenn wir aufgestiegen wären, hätten wir Beat behalten», stellt Wetzel klar, «so stehen die Zeichen auf einem Neuanfang.»

Neuer Sportchef gesucht

Ab nächster Saison steht Antonio Caputo mit der vollen Verantwortung an der Seitenlinie des FCS. Er war bislang in der eigentümlichen Funktion als Assistenztrainer und Sportchef auf dem Zelgli tätig. Letzteres Amt werde er gemäss Wetzel künftig nicht mehr ausüben. Die Gespräche mit Nachfolgekandidaten für die Sportchef-Funktion würden laufen.

Der 38-jährige Caputo schoss den FCS einst in die 3. Liga und spielte später in dessen zweiter Mannschaft (4. Liga). 2011 übernahm er nach zweijähriger Co-Trainer-Tätigkeit den FC Birmensdorf als Cheftrainer und schloss die Saison als bestes Limmattaler 3.-Liga-Team auf Platz vier ab. Dennoch wurde sein Vertrag nicht verlängert.

Beat Studer selbst holte ihn daraufhin als Assistenztrainer nach Schlieren. Er sollte neben dem nachsichtigen Studer der «Bad Cop» sein.

Wie viele Spieler gehen?

Wie vor seinem Engagement als Assistenztrainer in Birmensdorf (unter Dani Margreth) könnte Caputos erste Aufgabe in Schlieren darin bestehen, seine Kontakte spielen zu lassen, um genug Spieler für ein Team zusammenzukriegen. Etliche Akteure sind nur wegen Beat Studer zum FCS gestossen.

Präsident Wetzel glaubt indes nicht an einen Aderlass. Auch, weil Studer ein gutes Wort einlegen könnte: «Wir gehen mit Beat im Frieden auseinander. Er signalisierte mir, weiterhin daran interessiert zu sein, dass es dem FC Schlieren gut geht.»

Studer unterstützt Caputo

Der scheidende Studer selbst sagt dazu: «Es wäre schön, wenn die Jungs zusammenbleiben würden. Aber das liegt bei ihnen selbst.» Für ihn sei es «keine Frage» gewesen, dass er die Saison zu Ende macht und nicht jetzt schon das Handtuch schmeisst. Zu Nachfolger Caputo sagt er: «Er ist ein guter Mann und aus meiner Sicht eine absolut wünschenswerte Lösung für den Verein.»

Wie es um seine Zukunft steht, wisse Studer noch nicht. «Denkbar ist alles», sagt er unverbindlich.