Beachsoccer
Beachsoccer-Brüder: «Wenn wir spielen, sind wir in unserem Element»

Die Brüder Rabit und Selami Redzepi sind das Herz und die Seele von Illyrian Dietikon. Vor der zweitletzten Qualifikationsrunde haben sie wenig Grund zur Freude – oder vielleicht doch?

Rainer Sommerhalder
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Der Ball läuft selten nach dem Wunsch von Illyrians Rabit Redzepi (l.) und seinen Teamkollegen.zvg

Der Ball läuft selten nach dem Wunsch von Illyrians Rabit Redzepi (l.) und seinen Teamkollegen.zvg

Dave Joss

Rabit Redzepi, sind Sie und Ihr Bruder Träumer?

Rabit Redzepi: Ohne Träume hat man keine Ziele im Leben. Oft muss man zuerst Vorstellungen eines Projektes haben, bevor dieses konkret wird. So gesehen würde ich sagen, dass wir zwei kleine Träumer sind.

Die Ziele und Projekte, die Sie anstreben, scheinen sich in der Realität aber in Luft aufzulösen.

Das war zuletzt leider so. Es ist auch für uns enttäuschend, dass wir nicht dorthin kommen, wo wir eigentlich hin wollten.

Die Ausgangslage vor der Saison war wirklich vielversprechend, sowohl was die Mannschaft wie auch was die Rahmenbedingungen betrifft. Doch die guten Perspektiven haben sich in vielerlei Hinsicht zerschlagen.

Es fehlen zum Beispiel die Tore von Ex-Nationalspieler Milaim Rama. Er wurde vor der Saison als Hoffnungsträger vorgestellt, hat bisher aber nie gespielt. Weshalb?

Das ist eine gute Frage. Milaim hat im Vorfeld der Saison wirklich oft mit uns trainiert. Aber er ist beruflich stark engagiert und offensichtlich ist seine Belastung ausgerechnet während der Meisterschaftsmonate zu gross, als dass er sich die Termine für Beachsoccer hätte frei halten können.

Er kann schliesslich seinen Lebenserwerb nicht einfach auf die Seite schieben.

Es fehlt auch die sportliche Steigerung im Vergleich zur letzten Saison (Rang 10). Derzeit liegt Ihr Team mit nur zwei Siegen aus 12 Spielen lediglich auf Platz 12!

Alle Teams sind nochmals professioneller geworden, die Liga ist klar stärker als letztes Jahr. Uns hat einerseits in Spielen gegen Teams in unserer Reichweite etwas das Glück gefehlt. Andererseits hatten wir während der Sommerferien auch Personalprobleme.

Generell fehlt dem Team die Konstanz, nachdem wir auf diese Saison hin wieder viele Abgänge und damit viele Wechsel hatten.

Es mangelt auch an der Leistungsbereitschaft der Spieler: Reihenweise Ferienabsenzen oder ein Topskorer, der im Tor spielt – das tönt alles nicht sehr professionell?

Die Strukturen unseres Vereins sind durchaus professioneller geworden. Auch von den Spielern her gibt es ein Kernteam, das seit längerem zusammen ist und weiss, wie es läuft und welcher Einsatz gefordert ist.

Aber so viele neue, junge Spieler einzubauen ist ein wenig wie ein Überraschungs-Ei. Die Abmachungen waren klar definiert. Sie wurden schlichtweg nicht von allen eingehalten.

Es fehlt auch der Trainingsplatz in Dietikon. Dieses Projekt scheint im Sand zu verlaufen?

Definitiv. Hier haben wir unsere Bemühungen tatsächlich eingestellt. Wir haben gespürt, dass die Unterstützung durch die Stadt Dietikon fehlt, aber auch die Zeit und die Kraft unserer Vereinsmitglieder.

Es fehlen auch die Sponsoren. Haben Sie sich das Finden eines Hauptsponsors zu einfach vorgestellt?

Das haben wir uns auf jeden Fall einfacher vorgestellt. Wir haben leider durch unseren Namen auch ein Imageproblem. Wir finden keine grossen Schweizer Sponsoren. Wir haben jetzt versucht, im Sponsoring etwas andere Strukturen zu schaffen – mit mehreren kleinen Sponsoren als mit wenigen grossen.

Ist es das schwierigste Jahr für Sie seit der Gründung 2009?

Das ist es definitiv, sowohl finanziell als auch vom Kader her. Es ist schwierig, mit den immer professioneller werdenden Anforderungen Schritt zu halten. Es braucht auch unglaublich viel Energie. Und es gibt immer wieder neue Hindernisse. Zum Beispiel haben uns im Winter Spieler verlassen, weil wir gezwungen waren, die Mitgliederbeiträge zu erhöhen.

Verliert man da nicht die Motivation für den Sport und für das Weibeln an allen Fronten?

Diese Probleme sind ja nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist das Spiel Beachsoccer. Wenn wir spielen, sind wir in unserem Element, dann machen der Sport und der Verein sehr viel Spass. Man hat in diesem Umfeld ja auch seine Kollegen, mit denen man verbunden ist. Es bleibt ein Megaplausch, wenn man an einer Meisterschaftsrunde gemeinsam einen Tag verbringt.

Wie viel Zeit investieren Sie in den Verein?

Das ist ein schwierig zu beantwortendes Thema. Es ist zweifellos genug Zeit. Aber ich kann es nicht in Stunden ausdrücken.

Was macht Sie zuversichtlich, dass es in Zukunft besser wird?

Wir hatten am Ende der letzten Saison bereits ein finanzielles Minus. Wir mussten in den letzten Wochen viel Energie investieren, um die Finanzen ins Lot zu bringen. Das scheint zu klappen, wir sollten nach dieser Saison schuldenfrei sein.

Und das gibt wieder eine Perspektive und ermöglicht uns, auf den sportlichen Bereich zu fokussieren. Wir möchten das Team möglichst zusammenbehalten. Es ist zwar eine schöne Referenz, wenn in vielen anderen Teams ehemalige Illyrian-Spieler engagiert sind, uns bringt es aber nichts.

Bisher haben wir keine schriftlichen Verträge mit den Spielern gemacht. Vielleicht müssen wir dies in Zukunft etwas verbindlicher regeln.