Ratlos, ja beinahe verzweifelt wirkte Jenny Dürst gestern Nachmittag in der Schlussphase der Partie gegen Karin Hechenberger. Was die Nummer 3 des NLC-Damenteams vom TC Weihermatt auch versuchte – ihre Gegnerin hatte meist eine Antwort darauf. Sogar dann, wenn Dürst eigentlich den Ballwechsel dominierte. Zum Beispiel, als sie Hechenberger quer über den Platz jagte und diese sogar zu Boden fiel. Hechenberger richtete sich blitzschnell wieder auf, kämpfte sich in den Ballwechsel zurück und machte am Ende den Punkt. Und so kam es, wie es kommen musste: Dürst unterlag Hechenberger in zwei Sätzen mit 4:6 und 4:6 und Weihermatt den Gästen aus Sursee damit mit 1:3. Der Traum vom Aufstieg in die Nationalliga B war für die Limmattalerinnen geplatzt.

Dass es kein Tag für den TC Weihermatt werden würde, hatte sich schon beim Einspielen abgezeichnet. Dabei stiess Barbara Pinterova, die Nummer 1 des Teams, mit Dürst unglücklich zusammen und prellte sich dabei einen Finger. Pinterova konnte zwar trotzdem spielen. «Doch die Verletzung schmerzte sie», sagte Coach Renato Bellotti. Pinterova verlor ihre Partie gegen Anna Vrbenska glatt in zwei Sätzen mit 2:6 und 4:6. «Ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass sie verlieren würde», gab Bellotti zu.

Auch die Nummer 2 verliert

Auch Fiona Ganz, von der man sich ebenfalls einen Sieg erhofft hatte, musste als Verliererin vom Platz. Die Nummer 2 des Teams trat gegen Kristina Milenkovic an, eine Spielerin, gegen die sie bei der Schweizermeisterschaft verloren hatte. Das habe sie wohl verunsichert, meinte Bellotti. Auch Ganz verlor ihr Spiel glatt in zwei Sätzen: mit 4:6 und 1:6.

Einzig Isabella Bellotti konnte ihre Partie gewinnen. Nachdem sie den ersten Satz gegebn Corina Christener noch mit 3:6 verloren hatte, schaffte sie die Wende und schlug ihre Gegnerin in den verbleibenden zwei Sätzen mit 6:4 und 7:6. «Ich sage das jetzt nicht, weil sie meine Tochter ist», sagte Bellotti. «Aber Isabella hat heute viel Geduld bewiesen und den Kampf angenommen.» Ihre Gegnerin habe es dagegen mit Sicherheit versucht – eine Taktik, die nicht aufgegangen sei.

Der eine Sieg reichte in der Endabrechnung natürlich nicht. Und so muss Bellottis Team auch nächste Saison in der Nationalliga C spielen. «Ich denke, wir sind mental vielleicht auch noch nicht reif für die Nationalliga B», meinte Bellotti. «Das ist bei Sursee anders. Sie haben erfahrene Spielerinnen, die den Frust über verpasste Gelegenheiten im Spiel auch besser wegstecken können.»

Der Frust sitzt tief

Und der Frust über den verpassten Aufstieg ist auch bei Bellotti da, er, der im Vorfeld gesagt hatte, dass die Nationalliga B für ihn nicht oberste Priorität habe. «Klar, mit einem Aufstieg wären einige Probleme auf uns zugekommen», meinte er. «Aber wenn man so nah dran ist, will man es natürlich auch schaffen.»

Nun hofft man beim TC Weihermatt auf die nächste Saison – ob mit Bellotti und den jetzigen Spielerinnen, ist allerdings noch offen. «Wir müssen das Ganze jetzt erst mal verdauen», meinte Bellotti. «Dann sehen wir weiter.» Ein schwacher Trost bleibt dem Coach: «Wir sind von 32 NLC-Teams immerhin in den Final gekommen.» Das sei doch auch schon eine tolle Leistung.