Squash
Aus dem Traum vom 3:1 wurde ein 1:3

Im Auswärtsspiel verlor Vitis Schlieren den Spitzenkampf gegen GC. Dies obschon die Schlieremer fest mit einem Sieg gerechnet haben. Nach der Niederlage steht Vitis Schlieren unter Zugzwang.

Tirza Gautschi
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Aus dem Traum vom 3:1 wurde ein 1:3

Aus dem Traum vom 3:1 wurde ein 1:3

Limmattaler Zeitung

Zwischen üppigem Apéro und elegant gekleideten Zuschauern lieferten sich die Squashteams Vitis Schlieren und die Grasshoppers am Donnerstagabend einen schweisstreibenden Spitzenkampf. Für den Gast aus Schlieren hatte alles ziemlich gut angefangen. John Williams, Spieltrainer von Vitis und ehemaliger Top-20-Spieler liess seinem Gegner Paul Steel kaum eine Chance und schlug den Gastgeber in drei Sätzen deutlich.

«Jetzt gibt es eine Pause, im nächsten Spiel von Schlieren werde ich nicht antreten», mit diesen Worten kam Williams vom Court. Eine entzündete, linke Kniescheibe hat den Profi dazu gezwungen, sein ganzes Spiel rechtslastig zu halten. Die Schmerzen haben sich gelohnt und Willams hatte sein Sold mehr als erfüllt, «Ich bin sehr zufrieden mit mir». Die Zufriedenheit konnte aber nicht allzu lange andauern.

Da Vitis Ausländerjoker Chris Ryder seinem Landesgegner auf Court eins unterlag, mussten die nächsten beiden Partien gewonnen werden. André Holderegger, der junge Schweizer Teampartner von Williams schien seine Aufgabe zuerst auch gut zu erledigen. Er jagte Mark Woodliffe mit seinen kurzen Bällen auf dem Platz herum und holte auch harte Rückschläge schnell wieder auf. Bald zog es auch die Zuschauer von dem technisch hohen Level auf Court eins zu dem emotionalen Spiel zwischen dem jungen Holderegger und der Überraschung Woodliffe. «Ich habe eigentlich damit gerechnet, dass er dieses Spiel gewinnen wird, denn eigentlich ist André der bessere Spieler», meint der Spielertrainer. Aber schlussendlich war es dann doch «Woody» und nicht «Holdy» der den fünften Satz dank einem «kritischen Schiedsrichterentscheid» für sich entschied.

Die Joker bewährten sich nicht

Jetzt konnten die Schlierer nur noch auf die zweite Investition Julien Balbo hoffen. Dieser lieferte sich indes ein technisch herausragendes Spiel mit seinem französischen Landsmann Renan Laugne. Trotz zwei Sätzen Vorsprung auf Balbos Seite war die Partie nach wie vor ausgeglichen. «Das habe ich so kommen sehen. Es ist eine 50:50 Chance. Die beiden könnten ewig auf diesem Niveau weiter spielen», kommentiert Williams den Spielverlauf. Und so war es dann auch. Die beiden Franzosen lieferten sich ein aggressives Duell, das sich trotz der Erschöpfung in die Länge zog. Schlussendlich half auch der Hechtsprung von Julien Balbo nichts mehr und die Grasshoppers-Besetzung erspielte auch diesen letzten Punkt für sich. «Heute Abend ist etwas ganz schief gelaufen», zieht Willams Résumé «meine Rechnung ist nicht aufgegangen».

Schlieren steht unter Druck

«Wir hatten mit einem 3:1-Sieg gerechnet und müssen nun mit einer 1:3-Niederlage nach Hause fahren», Williams weiss, was für eine schwierige Aufgabe Vitis Schlieren nun bevorsteht. Der Rivale GC kann dank einem hohen Budget in jedem Spiel mit zwei hochkarätigen, ausländischen Besetzungen antreten, «Wir können uns das nicht leisten und doch müssen wir wie die Grasshoppers versuchen jedes kommende Spiel zu gewinnen, um den Meistertitel nicht aus den Augen zu verlieren. Nun stehen wie unter einem sehr grossen Druck». Trotz dieses Ungleichgewichts gibt sich die Nummer zwei der Schweiz und sein Team kämpferisch. Schliesslich wird es gegen die Grasshoppers bald auch noch eine Heimrunde geben.