Früh musste aufstehen, wer die Viertelfinals der Curlerinnen am diesjährigen Remax Women’s Masters Basel sehen wollte. Pünktlich um acht Uhr begannen die letzten acht Frauenteams ihre Partien in Arlesheim. Neben der namhaftesten Begegnung zwischen den Welt- und Europameisterinnen aus Deutschland und den schwedischen Olympiasiegerinnen interessierte aus regionaler Sicht natürlich der Auftritt von Team Davos mit Carmen Schäfer und Janine Greiner aus der Fahrweid.

Die Olympiateilnehmerinnen um Skip Miriam Ott kamen problemlos durch die ersten Runden, waren einer der drei direkten Qualifikanten, die allesamt ohne Niederlage bis in die Finals vom Sonntag vorstiessen. Und auch der Viertelfinal glich mehr einem gemütlichen Spaziergang denn einer hart umkämpften Partie. Im siebten End beim Stand von 7:3 gaben sich die Bündner Konkurrentinnen vom Team Flims vorzeitig geschlagen.

Selbstkritik bei Schäfer

Im Halbfinal wartete ein ungleich schwieriger Gegner: Die deutschen Curlerinnen hatten in ihrem Viertelfinalspiel die vierfache Basel-Gewinnerin Anette Norberg glücklich geschlagen. So früh in der Saison stellte sich das deutsche Team als zu grosse Hürde für die Schweizerinnen heraus. Die vier Spielerinnen, die nach den Olympischen Spielen alle eine lange Pause eingelegt hatten und erst im September wieder aufs Eis gingen, erreichten zu keinem Zeitpunkt ihr Niveau.

«Es war nicht der Gegner. Wir haben die Partie selbst vergeben, zu viele Fehler begangen. Die kann man sich bei so einem Gegner nicht erlauben», sagte eine enttäuschte Carmen Schäfer nach dem Spiel. Sie sieht die Champions Tour, zu der das Turnier in Arlesheim gehört, vor allem als gute Trainingsmöglichkeit, bei der man gleichzeitig mögliche Gegner zukünftiger Meisterschaften beobachten kann. Denn daraus machen die Curlerinnen keinen Hehl: Saisonziel ist die Europameisterschaft. «Die EM ist das Ziel für die erste Saisonhälfte. In der zweiten findet die Weltmeisterschaft statt», ergänzt Schäfer.

Das Ziel: Die EM-Qualifikation

Um sich für die EM zu qualifizieren, die vom 4. bis zum 11. Dezember in Champéry (Wallis) stattfindet, muss das Team Davos in drei Wochen das Schweizer Qualifikationsturnier in Gstaad gewinnen. «Ich denke, dass die Aarauerinnen mit Skip Silvana Tirinzoni, die jetzt auch im Halbfinal standen, unsere stärksten Gegnerinnen sein werden», schätzt Janine Greiner die Ausgangslage ein. Um sich optimal vorzubereiten, legen die vier Davoser Spielerinnen nächsten Sonntag einen Trainingstag in Gstaad ein.

Das Basler Turnier gewannen am Ende die Deutschen mit ihrem erfahrenen Skip Andrea Schöpp erst nach einem Zusatzend gegen das zweite Schweden-Team mit Anna Hasselborg. Die Davoserinnen sind mit dem dritten Platz in Basel und dem Sieg in Oslo, der ersten Station der Cham-
pions Tour, auch dieses Jahr inmitten der Weltspitze vertreten und werden in Gstaad das Team sein, welches es zu schlagen gilt.