Eishockey
Auch im Spiel um den Final-Einzug: Urdorf will den Heimnimbus wahren

Urdorf empfängt morgen Seewen zum Endspiel um den Einzug in die 3.-Liga-Finalrunde. Um zu siegen, werden die Stiere einen langen Atem brauchen: Ihr Gegner entscheidet fast alle Spiele im letzten Drittel.

Raphael Biermayr
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Symbolträchtig: Urdorf (Sandro Duttweiler, vorn) möchte Seewen (Reto Lander) abhängen.Anton geisser

Symbolträchtig: Urdorf (Sandro Duttweiler, vorn) möchte Seewen (Reto Lander) abhängen.Anton geisser

Statistiken sind bekanntermassen ein zweischneidiges Schwert. Dennoch geben sie etwas Halt in einem Umfeld, das zu grossen Teilen von unfassbaren Emotionen lebt. Die Coaches müssen schliesslich etwas in der Hand haben, um ihre Teams auf den nächsten Gegner vorzubereiten, und nötigenfalls am Ende sagen zu können: «Ich habe es den Spielern ja gesagt» – ob im positiven oder im negativen Fall.

Stiere benötigen langen Atem

Urdorf-Trainer Dani Hüni sprach unlängst von der Stärke des letzten Masterround-Gegners Seewen (morgen, 17.15 Uhr, Weihermatt) im Schlussdrittel. «Dieses Team gewinnt viele seiner Spiele in den letzten 20 Minuten», stellte er nach Durchsicht der Resultate fest.

Eine detaillierte Auswertung gibt Hüni recht. 10 ihrer bislang 16 Auftritte im letzten Abschnitt absolvierten die Schwyzer siegreich (39:15 Tore), Urdorf deren 8 (27:19). Daraus lässt sich ableiten, dass die «Stiere» wohl einen langen Atem beweisen müssen, wollen sie in die nächste Runde einziehen und damit dem Saisonende entgehen.

Mitteldrittel-Baisse überwunden

Es sei denn, sie überrollen die Gäste schon im Mittelabschnitt, wie sie das in der laufenden Spielzeit meistens getan haben: 12 von 16 Mitteldritteln gingen an den EHCU (39:10 Tore) als Verlierer ging er gar nie vom Eis. Letzteres ist die erstaunlichste Erkenntnis dieser Zahlenspielerei. Denn in der jüngeren Vergangenheit war gerade das zweite Drittel das Sorgenkind der Urdorfer: In der vergangenen Saison verzeichneten sie nach 16 Partien eine Bilanz von 4 Siegen, 5 Remis und 7 Pleiten, in der vorvergangenen Spielzeit sah es noch düsterer aus (3, 4, 9).

Ausgeglichenheit bei beiden Teams

Dani Hüni erkenne in derlei Statistiken einen gewissen Wert, fürchte aber die Gefahr mehr, die sie bergen. «Ein Team kann dadurch schnell in falscher Sicherheit gewiegt werden und überheblich auftreten», erklärt er. Seine Überzeugung lautet: «Wer sagt, er hätte kein Problem, hat ein Problem.» Die aussagekräftigste Statistik für die Entwicklung der Mannschaft ist für Hüni die Skorerliste. «Wir haben nur drei Spieler in den Top fünfzehn, dafür aber viele mit ähnlichen Werten dicht dahinter. Diese Ausgeglichenheit ist unsere Stärke.»

Diesbezüglich müssen sich die Seebner nicht verstecken: Auch sie haben «nur» drei Akteure in den ersten fünfzehn und eine ausgeglichene Offensivabteilung, sie erzielten lediglich fünf Tore weniger als die Limmattaler. Es wird ein Treffen auf Augenhöhe. In der Qualifikation gewannen die Teams je eine Begegnung. Ein kleiner Vorteil für Urdorf: Will Seewen weiterkommen, muss es morgen nach 60 Minuten gewinnen. Siegen die «Stiere«, erhalten sie eine Serie am Leben: Sie könnten den neunten Erfolg en suite an neuer Heimstätte landen und damit ihre blütenweisse Weste bewahren.