Es war ein harter Gang für Amaru Schenkel in den Katakomben des Letzigrunds, wo er als Athlet des LC Zürich sieben Jahre lang zu Hause war. Nach dem Ausscheiden im Vorlauf musste er sich den Medien stellen.

Im Gegensatz zu anderen Enttäuschten des ersten EM-Tags tat er dies allerdings mit Bravour und gewohnt redselig. «Ich war zu schwer unterwegs, kam nicht richtig aus den Blöcken und war verkrampft», blickte er auf seinen Lauf, den er sich bereits in der Wiederholung angesehen hatte.

Der Limmattaler suchte den Fehler aber nicht nur bei sich selbst. Dass Pascal Mancini in 10,43 Sekunden Zweiter wurde in dessen Serie, und damit direkt für den Halbfinal qualifiziert war, stiess Schenkel sauer auf. «Das geht gar nicht», sagte er. Pikant: Die beiden werden am Samstag mit der Staffel versuchen, gemeinsam erfolgreich zu sein.

Auf die Staffel angesprochen, sagte Captain Schenkel gefasst: «Wir haben im Gegensatz zu den Frauen keinen Druck, das kann uns helfen.» Schliesslich zog er von Dannen, im Wissen, dass «die Enttäuschung nachher zu Hause» kommen wird.

Sein Zuhause ist gegenwärtig allerdings das Athletenhotel in Regensdorf – vielleicht lässt man ihn ja zwecks Aufmunterung den kurzen Weg nach Dietikon unternehmen.